Krebs - schulmedizinische Verkündungen

Eine wahre Fundgrube für schulmedizinische Verkündungen und Versprechungen hinsichtlich "neuer Krebstherapien" bietet der ARD/ZDF-Videotext (ab Tafel 170, Übersicht auf Tafel 115). Wie überhaupt das Fernsehen, allen voran das (ach so seriöse) öffentlich-rechtliche, eines der stärksten Instrumente für die Verbreitung der schulmedizinischen Heilslehre ist.

Auf dieser Seite möchte ich die Ankündigungen und Erfolgsmeldungen sammeln, die im Fernsehen bzw. Videotext ausgestrahlt werden. (Natürlich findet man dieselben Meldungen auch in anderen Medien, aber mir ging es auch darum zu dokumentieren, wie willfährig das mächtigste Medieninstrument, das Fernsehen ist)


ARD/ZDF-VT vom 07.05.1999:  Fortschritte im Kampf gegen Krebs
Im Kampf gegen den Krebs setzen Nuklearmediziner auf radioaktiv aufgeladene Eiweiße und Antikörper. "Die ersten dieser Substanzen werden in etwa sechs Jahren der Breite der Patienten helfen", sagte der Präsident einer internationalen Gruppe von Nuklearmedizinern, Behr, in Göttingen.
Als besonders erfolgreich hätten sich in klinischen Tests Verfahren gegen Lymphknotenkrebs und Leukämie erwiesen. Mit der sogenannten Radioimmuntherapie könne Menschen geholfen werden, bei denen die herkömmliche Chemo- und Strahlentherapie nicht funktioniere.

ARD/ZDF-VT vom 11.05.1999: 
Ursache für Darmkrebs entdeckt
Wissenschaftler aus Israel und den USA haben eine der Ursachen für Dickdarmkrebs entdeckt.
Auslöser der Krankheit ist nach Angaben des Weizmann Institutes das Eiweiß Beta-Catenin. Wenn es in großen Mengen vorhanden ist, kann es in den Zellkern eindringen und dort ein Gen beeinflussen, das das Zellwachstum regelt. Dies führt dann zu einer unkontrollierten Zellteilung, die Folge sind Tumore.
Die Forscher hoffen, den Krebs mit einer Eindämmung des Eiweißstoffes bremsen zu können.

Rauchen: Jährlich vier Millionen Tote
Jährlich vier Millionen Raucher bezahlen ihre Sucht mit dem Leben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten es in 30 Jahren jährlich zehn Millionen Menschen sein, wenn nichts unternommen werde.
Das wären mehr Menschen, als durch Malaria, Kinderkrankheiten, Schwangerschaftskomplikationen und Tuberkulose zusammen ums Leben kommen.
Die WHO fordert ein weltweites Verbot für Tabakwerbung und Zigarettenautomaten, die regelmäßige Erhöhung der Tabaksteuer und besseren Zugang zu Ersatzprodukten wie Nikotinpflaster.

ARD/ZDF-VT vom 17.06.1999: Neue Hoffnung bei Leukämie
Leukämie-Patienten können dank eines neuartigen Therapieverfahrens auf bessere Heilungschancen hoffen.
Nach Angaben des Krebsspezialisten Ehninger ist es jetzt erstmals möglich, mit Hilfe von fremden Spenderzellen das Immunsystem des Erkrankten entscheidend zu stärken. Seit 14 Monaten würden 35 Patienten an der Uniklinik Dresden nach der neuen Methode behandelt. Die Ergebnisse seien vielversprechend.
Nach Angaben Ehningers erkranken pro Jahr mehr als 4000 Menschen an Leukämie, 3000 von ihnen sterben daran.

ARD/ZDF-VT vom 02.07.1999: Infektionen senken Hautkrebsrisiko
Häufige fieberhafte Infektionen senken das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Göttingen.
Danach ist das Krebsrisiko bei Personen, die eine Tuberkulose, eine Blutvergiftung oder eine Lungenentzündung erlitten haben, signifikant verringert.
Es müsse "praktisch so eine Art Feuerwerk abgelaufen sein, mit hohem Fieber und dann völliger Gesundung", erklärte Prof. Klaus Kölmel von der Uni-Hautklinik Göttingen. Die Deutsche Krebshilfe hat die Studie mit fast 230.000 Mark unterstützt.
[Anmerkung: Diese Erklärung ist wahrscheinlich gar nicht ganz falsch! Eines gibt allerdings zu denken: Wie Dr. Hamer erfahren hat, wurde in derselben Universität (Göttingen) vor einigen Monaten eine auf Falsifizierung angelegte Überprüfung der Neuen Medizin durchgeführt. Diese ist kläglich gescheitert (d.h. die Neue Medizin hat sich ein weiteres Mal als richtig erwiesen, was natürlich nicht öffentlich kundgetan wurde). In Verbindung mit der heutigen Meldung im VT drängt sich daher einmal mehr der Verdacht auf, daß schamloser Erkenntnisklau an der Neuen Medizin betrieben wird, während man gleichzeitig deren Entdecker als "Irren" diffamiert! Damit würde er das Schicksal des Arztes Carl Ludwig Schleich teilen, das im Buch Krebs ist heilbar von Prof. Hanno Beck beschrieben wird, frei nacherzählt hier]

ARD/ZDF-VT vom 02.08.1999: Fördert Kunstlicht Brustkrebs?
US- und finnische Forscher wollen klären, ob künstliches Licht möglicherweise mit für die Entstehung von Brustkrebs verantwortlich ist.
Nach Angaben der britischen Zeitung "The Independent" halten die Forscher es für möglich, daß elektrisches Licht die Produktion des Hormons Melatonin im Schlaf stört. Dies könne zur Überproduktion von Östrogen führen und damit das Brustkrebsrisiko erhöhen.
Ausgangspunkt für die Untersuchung ist die Tatsache, daß das Brustkrebsrisiko blinder Frauen 60% unter dem Durchschnitt liegt.

ARD-ZDF-VT vom 02.10.1999: Schilddrüsenkrebs leichter erkennen?
Ärzten der Uni Bonn ist ein Durchbruch bei der Behandlung und Nachsorge von Schilddrüsenkrebs gelungen.
Der Nuklearmediziner Grünwald konnte in einer Studie an mehr als 200 Patienten nachweisen, daß man mit dem Einsatz der so genannten Positronen-Emissions-Tomographie (PET) Schilddrüsenkrebszellen leichter erkennen kann. Dabei werde der für die Krebszellen typische erhöhte Zuckerverbrauch im Körper gemessen.
In drei von vier Fällen hätten sich Grünwald zufolge die Schilddrüsenkrebszellen mit dem erhöhten Zuckerstoffwechsel verraten.

ARD-ZDF-VT vom 08.10.1999: "SYNZYM" soll vor Krebs schützen
Mediziner sollen künftig mit einem künstlichen Enzym schweren Leiden wie Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Arthritis zu Leibe rücken.
In Tierversuchen sei dieses "Synzym" in der Lage gewesen, gesundheitsschädliche Sauerstoffradikale außer Gefecht zu setzen, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Science".
Das von einem US-Forscherteam entwickelte "Synzym" wirke wie die körpereigene Abwehr gegen freie Radikale ("Superoxide") und bleibe im Gegensatz zu früher entwickelten Version stabil.

Auch außerhalb der Krebsforschung gibt es "interessante Entdeckungen":

ARD/ZDF-VT vom 13.10.1999: Ur-Gen für Fettsucht verantwortlich
Ein "Ur-Gen" ist nach Erkenntnissen Essener Forscher an Übergewicht und Fettsucht beteiligt. Das etwa 150 000 Jahre alte Gen verhindere den raschen Abbau von Körperfett, stärke aber zugleich die Abwehr gegen Krankheitserreger.
Die Forscher gehen davon aus, daß sich das Gen entwickelt hatte, um das Überleben bei Nahrungsmangel zu sichern. Das ehemals nützliche Gen mache heute fett, weil die Menschen sich nicht mehr wie Jäger und Sammler bewegten.
Im Fall von Verletzungen sorge das Gen zudem für eine schnelle und wirkungsvolle Bekämpfung von Bakterien.

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ARD/ZDF-VT vom 29.10.1999: 35 Jahre Krebsforschungszentrum
Krebs wird nach Ansicht des Heidelberger Krebsforschers Harald zur Hausen auch in zwei Jahrzehnten noch nicht völlig besiegt sein.
Jedoch werde man in der Krebsvorsorge wesentliche Fortschritte erzielt haben, sagte der wissenschaftliche Stiftungsvorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums zum 35-jährigen Bestehen des Heidelberger Instituts.
Hausen zog eine positive Bilanz der Errungenschaften in der Krebsforschung. Allerdings bleibe die Vorsorge zu oft auf der Strecke. Die Tabakprävention in Deutschland sei ein "trostloses Feld".

ARD-ZDF-VT vom 30.10.1999: Leukämie beginnt im Mutterleib
Die häufigste Leukämie-Form bei Kindern beginnt nach neuesten Ergebnissen des Londoner Instituts für Krebsforschung mit einer genetischen Veränderung im Mutterleib.
Damit die Krankheit aber tatsächlich ausbricht, bedarf es zusätzlich noch eines bislang nicht bekannten Auslösers nach der Geburt. Die neuen Ergebnisse steigern die Hoffnung, das Rätsel der Leukämie bei Kindern in den kommenden Jahren lösen zu können.
Sie ist nach Unfällen die zweithäufigste Todesursache bei Kindern. Betroffen sind meist Zwei- bis Fünfjährige.


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