Jürgen Faas                                                                                                                                       04.07.2001
Vorstadtstr. 27
74360 Ilsfeld
Email: juerggie@heilbronn.netsurf.de



Bundesgesundheitsministerin
Frau Ulla Schmidt
Mohrenstr. 62

10117 Berlin


Kostenexplosion im Gesundheitswesen

Sehr geehrte Frau Schmidt,

das Konzept „Maximalmedizin zu erschwinglichen Preisen“ scheint nun endgültig in der Sackgasse angelangt zu sein. Wäre die Maximalmedizin auch in ihren Erfolgen „maximal“, dann wäre alles nicht so schlimm: Dann würde der Beitragszahler sicher gern ein paar Zehntel Prozentpünktchen mehr zahlen, um dafür eine exzellente Gesundheitsfürsorge zu erhalten.

Leider ist das aber nicht der Fall: Die unbestrittenen neuen technischen Errungenschaften bescheren nur vereinzelt Erfolge. Trotz Milliardenaufwands sterben tagtäglich Tausende von Menschen allein in Deutschland an Krebs und anderen angeblich „bösartigen“ Krankheiten. Man könnte auch sagen, die Schere zwischen Einsatz und Erfolg klafft immer weiter auseinander. Die absehbare Folge, falls nicht umgedacht wird, werden immer kostenintensivere Therapiekonzepte sein, die zum finanziellen Kollaps führen müssen – ohne daß die Patienten dabei gesünder werden.

Sie, Frau Ministerin, versuchen nun wie schon die frühere Bundesregierung, solche strukturellen Mängel mit (verzeihen Sie, mir fällt kein besseres Wort ein) „Flickschusterei“ in den Griff zu bekommen. Der grundlegende Mangel beruht auf einer falschen Medizin. Sie können kein gesundes Gesundheitssystem auf einer kranken Medizin aufbauen. Der Fehler der Schulmedizin besteht darin, Krankheiten als Feinde zu betrachten, die ausradiert werden müssen. Vergessen sind die weisen Worte eines John H. Jackson, des großen englischen Neurologen des 19. Jahrhunderts: „Der Arzt, der beim Heilen von ´Ausradieren einer Krankheit´ [statt von ´Fürsorge für den Patienten´] spricht, ist ein Quacksalber ersten Ranges.“

Heilung ist in erster Linie Selbstheilung, erst in zweiter Linie medizinisch-klinische „Abfederung“. Niemand hat das besser ausgedrückt als Janine Favre, die in der Schweiz durch ein Protest-Fasten und einen Krankenversicherungs-Boykott auf sich aufmerksam machte:

„Die Gesundheit kostet nicht 200 bis 300 Franken pro Monat und Einwohner; das ist Betrug! Eine solche Lüge bedeutet Verleugnung einer höheren Intelligenz. Verleugnung der eigenständigen Naturkräfte, die allem Lebendigen innewohnen. Auch die Verleugnung unserer Selbstheilungskräfte!“

Bitte denken Sie ein wenig darüber nach.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Faas