Scientology, Medizinkritik, Psychiatriekritik, Neue Medizin

Bezugnehmend auf meine Links zu "anti-psychiatrischen" u.ä. Webseiten wird mir gelegentlich mangelnde Distanz zu Scientology bzw. Verharmlosung von Sc. vorgeworfen. Ich weiß von Scientology und Dianetik nur wenig, habe daher auch keine besondere Haltung dazu. Was die Verbindung von Scientology zur Medizin und Psychiatrie angeht, glaube ich allerdings zu einer Einschätzung in der Lage zu sein. Hier ist sie:

Nachtrag vom 1.1.2003 vorweg: Aufgrund gewisser Vorkommnisse, die mich nicht selbst betrafen, sondern von mir nur beobachtet wurden, habe ich mich nun entschlossen, Links mit (mir bekannter) Scientology-Verbindung als solche zu kennzeichnen, falls das behandelte Thema ein typisches Scientology-Thema ist, so daß tatsächliche inhaltliche Verbindungen wahrscheinlich sind.

Nun weiter mit dem unveränderten Text vom 6.12.2001:
I. Es wird (manchmal) behauptet, die meisten medizinkritischen Strömungen seien von Scientology unterwandert. Das ist nach allen meinen Erfahrungen definitiv falsch.

II. Es wird behauptet, hinter anti-psychiatrischen Initiativen stecke häufig Scientology. Das ist richtig. Grund: Scientology und Psychiatrie sind unmittelbare Konkurrenten. Nun ist unsere Psychiatrie ein Verbrechen. Ob Sc. deshalb gut ist, weiß ich nicht; ob Sc. schlimmer sein kann als die Psychiatrie mag man ernstlich bezweifeln.

III. Es gibt natürlich auch sehr renommierte Persönlichkeiten der Psychiatriekritik wie z.B. Peter Breggin, die definitiv keine Scientologen sind.

IV. Nach meinem Eindruck sind Kampagnen gegen Sc. häufig merkwürdig substanzlos.

V. Wer sich daran stört, daß Anti-Psychiatrie/Psychiatriekritik zu häufig von Scientologen betrieben wird, sollte sich lieber als Nicht-Scientologe bemühen, ebenfalls in diese Richtung tätig zu werden, anstatt Scientologen niederzumachen.

VI. Die Neue Medizin (NM) und Scientology (Sc.) haben entgegen anderslautender Meinungen mit Sicherheit völlig unterschiedliche Wurzeln. Auch im Moment sehe ich inhaltlich kaum Berührungspunkte, außer daß beide die schulmedizinische Psychiatrie ablehnen (aus unterschiedlichen Gründen!). Personell gibt es m.E. ebenfalls nur sehr wenige Verflechtungen zwischen NM und Sc..

VII. Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Unterschiede zwischen NM und Sc. seien sogar noch größer als zwischen NM und Schulmedizin. Denn die NM ist strikt biologisch, und die Scientologen wenden sich m.W. gegen den "biologischen" Ansatz bei "Geisteskrankheiten", wie er von der Schulmedizin vertreten wird. Hier darf man aber nicht übersehen, daß Biologie und Biologie zwei sehr verschiedene Dinge sind: Die Schulmediziner nehmen ja gern Defekte im Gehirn an, während es nach der NM keine "Defekte" gibt, sondern nur SINNVOLLE biologische Sonderprogramme der Natur.

Im Grunde könnte die NM die große Lösung sein, denn sie verknüpft die "kalte Biologie" (wofür die Schulmedizin steht) und "geistig-seelische Vorgänge" (für die Scientology steht) in nachprüfbarer Weise. Genauer gesagt, erfolgt diese Verknüpfung durch die Natur; die NM nennt lediglich die von Dr. Hamer entdeckten Naturgesetze.
6.12.2001 Jürgen Faas

Interessante Links zum Thema (seit 3.1.03 komplett):
Erst ihr Gutes macht eine Sekte gefährlich von Kersti Nebelsiek (mit weiteren Texten)
Vorwort aus dem Buch "Hexenjagd im 20. Jahrhundert" von Matthias Bormann
Scientology-Kritikerin deckt jetzt Rolle des Verfassungsschutzes auf: Besprechung des neuen Hartwig-Buches



Zu medizinkritischen Links
Zu Dr. Hamer und der Neuen Medizin

Zurück zum Start (Homepage)