(Nicht veröffentlichter) Leserbrief von Prof. Heinz Ludwig Sänger
vom 11.Oktober 2000 an die Süddeutsche Zeitung

Das Nobelpreis-Komitee war gut beraten, als es sich entschloss den diesjährigen Nobelpreis für Medizin den drei Hirnforschern Carlsson, Greengard und Kandel und nicht etwas dem Aidsforscher Luc Montagnier eventuell sogar zusammen mit Robert Gallo zu verleihen. Wenn man den Bericht von Holger Wormer [nicht mehr online, bei Bedarf kostenpflichtig im Archiv der SZ suchen] aufmerksam liest, dann kann man selbst als Laie erkennen, dass es in der HIV-orientierten Aidsforschung offensichtlich nicht mit rechten Dingen zugeht. Für einen unbefangenen und nicht in diese Forschung verstrickten Wissenschaftler wird deutlich, dass sie von Anfang an mit Täuschungen sowohl der wissenschaftlichen Welt als auch der Öffentlichkeit begonnen hat. Weiterhin zeigt sich zwischen den Zeilen, dass vor allem persönlicher Ehrgeiz, ungesundes Konkurrenzdenken und unverhohlene Profitgier wesentliche Motive für die HIV-Aidsforschung waren.

Ein Leserbrief reicht nicht aus, um dieses harte Urteil im einzelnen handfest zu begründen. Der interessierte Leser kan sich jedoch selbst in einer ganzen Reihe von kritischen Büchern informieren, von denen "Inventing the Aids Virus" und Infectious Aids: Have we been misled?" von Peter Duesberg sowie die Dokumentation aus raum&zeit (Ehlers Verlag) "AIDS: Dichtung und Wahrheit" [im Moment vergriffen] besonders aufschlussreich sind, weil sie auch die Hintergründe dieser Entwicklung aufzeigen

Während der vergangenen 20 Jahre HIV-Aids Forschung hat eine ganze Reihe von kritischen Wissenschaftlern immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die Existenz des HIV nie eindeutig nachgewiesen wurde und dass es sowohl aus ätiologischer (ursächlicher) als auch aus epidemiologischer Sicht nicht für die Immunschwäche Aids verantwortlich sein kann. Angesichts der allgemeinen Akzeptanz der HIV-Aids-Hypothese erschien mir das so unglaublich, dass ich mich entschloss es selbst nachzuprüfen. Nach einem inzwischen dreijährigen intensiven und vor allem kritischen Studium der einschlägigen Originalliteratur musste ich als erfahrener Virologe und Molekularbiologe zu meiner grossen Ueberraschung folgendes festellen: Es gibt bis heute tatsächlich keinen einzigen wissenschaftlich wirklich überzeugenden Beweis für die Existenz des HIV. Ein solches Retrovirus wurde bisher nicht ein einziges Mal mit den Methoden der klassischen Virologie isoliert und aufgereinigt. Praktisch alle publizierten elektronenmikroskopischen Aufnahmen des angeblichen HIV (die von Montagnier und von Gallo eingeschlossen) stammen von speziell "angefärbten" Gewebsschnitten, die keineswegs virustypische homogene Partikel gereinigter Präparate zeigen, sondern sehr unterschiedliche Strukturen, wie sie für normale Zellkomponenten charakteristisch sind. Infolge des Fehlens hochreiner HIV-Präparate war es daher bis heute auch nicht möglich, die entsprechenden virusspezifischen Nukleinsäure (RNS)- und Protein-Komponenten getrennt voneinander daraus zu isolieren und biochemisch-molekularbiologisch zu analysieren und zu charakterisieren. Infolgedessen fehlen jegliche molekularen HIV-spezifischen Standards, die man als unbedingte Voraussetzung für einen sicheren HIV-Nachweis fordern muss.

Aus dieser Lage der Dinge ergeben sich folgende Konsequenzen: Der HIV-Nachweis sowohl mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) als auch die Protein-orientierten HIV-Nachweise (ELISA und Western blot) sind völlig unzuverlässig, weil sie bisher nicht mit virusspezifischen Komponenten standardisiert wurden. Die hochempfindliche PCR weist sog. retrovirale zelleigene Sequenzen nach und wird selbst von ihrem Erfinder, dem Nobelpreisträger Kary Mullis, als völlig ungeeignet für einen HIV-Nachweis bezeichnet, weil das Virus fehlt. Die Protein-orientierten Nachweiseverfahren reagieren falsch-positiv bei mehr als 70 Krankheitszuständen, darunter vor allem auch bei Tuberkulose. Die Aktivität der Reversen Transkriptase ist ebenfalls nicht spezifisch für die Anwesenheit eines Retrovirus, weil es sich bei ihr um ein zelleignes Reparatur-Enzym handelt, das man in praktisch allen niederen und höheren Organismen findet. Damit fällt nicht nur die HIV-Aids Hypothese in sich zusammen, sondern vor allem die daraus resultierenden medizinisch-therapeutischen Konsequenzen verlieren ihre wissenschaftliche Grundlage.

Alle diese Zusammenhänge sind erwiesenermassen seit vielen Jahren den verschiedensten wissenschaftlichen Institutionen und Behörden bekannt. Trotzdem wird bei Aids-kranken Patienten noch immer eine Kombination extrem toxischer und gesetzlich nicht kontrollierter Medikamente (AZT u.a.) eingesetzt, die genau jenes Symptombild erzeugen für das man ein bisher nicht eindeutig nachgewiesenes und somit "virtuelles" Virus verantwortlich macht. Die Immunschwäche Aids ist angesichts dieser Situation und unter Berücksichtigung vieler weiterer Zusammenhänge - zumindest in Europa und in den USA - eine vor allem ärztlicherseits (iatrogen) verursachte komplexe Summationserkrankung mit unterschiedlicher Ätiologie, die eine sanfte und ganzheitlich orientierte Therapie erfordert. Deshalb verdient meines Erachtens die zwar immer behauptete aber bisher nie wirklich erfolgte "Entdeckung" und "Isolation" des "Aids-Virus" keinen Nobelpreis.

Heinz Ludwig Sänger
11. Oktober, Berg am Starnberger See

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