Gab es Vorläufer der Neuen Medizin?
Historisches - mit Abgrenzung zur Psychologie, Psychosomatik


Die Neue Medizin mit all ihren biologischen Gesetzmäßigkeiten wurde zwar definitiv erst durch Dr. Hamer entdeckt, aber es gab selbstverständlich in der Vergangenheit (und auch in der Gegenwart) Ansätze, die in die richtige Richtung gehen. Dr. Hamer hat diese Versuche selbst in der Kurzfassung der Neuen Medizin (1994) wie folgt beschrieben:

In der Antike waren es die Griechen mit ihren Asklepieen, die eine Kultur der Bewältigung von psychischen Konflikten entwickelt hatten. Die Priester des Asklepios befragten die Ratsuchenden nach ihren Träumen der vorangegangenen Nacht und schlossen daraus auf ihre psychischen Probleme und körperlichen Erkrankungen.

Im 2. Jhdt. n. Chr. stellte der römische Arzt Galenus fest, daß fröhliche Frauen weniger zu Krebserkrankungen neigen als schwermütige.

Es ist wahrscheinlich, daß viele Völker auf unserer Erde ein ebenso großes, intuitives Wissen über Krankheiten besaßen, z.B. die Indianer Nordamerikas. Es ist uns möglicherweise nur nicht überliefert. Aber auch in den letzten Jahrhunderten gab es schon eine Reihe von Ärzten, die glaubten, daß Krebs von Schicksalschlägen herrühre:

So schrieb der englische Arzt Gendron in seiner 1701 veröffentlichten Abhandlung "Enquiries into nature, knowledge, and cure of cancer", Krebs entstehe durch ein "Mißgeschick, das viel Mühe und Sorge verursacht". In seinen Fallbeispielen nähert er sich dem Zusammenhang von Konflikterslebnisschock und Krebserkrankung schon stark an.

Diese Erkenntnisse kommen bei Dr. W.H. Walshe in seinem 1846 veröffentlichten Buch "The Nature and Treatment of Cancer" noch prononcierter zum Ausdruck. Sogar die Erkenntnisse des eigentlichen Auslösers, des Schockerlebnisses (DHS), scheint bei ihm schon anzuklingen, indem er das Moment des Unerwarteten erwähnt: "Über den Einfluß seelischen Schmerzes, unerwarteter Schicksalsschläge oder eines schwermütigen Temperaments auf die Übertragung karzinomatöser Substanzen ist schon viel geschrieben worden. Sofern man den systematisch vorgehenden Verfassern glauben darf, bilden jene Erscheinungen die einflußreichste Ursache für Krebs...Es konnten sehr überzeugende Beobachtungen hinsichtlich der Einwirkung des Geistes auf die Entstehung dieses Leidens angestellt werden. Ich selbst habe mit Fällen zu tun gehabt, bei denen der Zusammenhang so offensichtlich war, daß...ihn in Frage zu stellen bedeutet hätte, sich gegen die Einsicht der Vernunft zu sträuben."
Man muß sich ernsthaft fragen, wie es im folgenden möglich sein konnte, diese Erkenntnisse wieder völlig aus dem Bewußtsein der Mediziner zu entfernen, aber dies ist nicht das Thema dieser Arbeit.

Systematisch untersuchte die Zusammenhänge im Londoner Cancer Hospital an 250 ambulant und stationär behandelten Patientinnen mit Brust- oder Gebärmutterkrebs H. Snow. 1893 stellte er in seinem Buch "Cancer and the Cancer Process" fest, daß von diesen Patientinnen über 200 von psychischen Problemen, Leiden und Wirren berichten konnten, die sie vor ihrer Erkankung durchlebt hatten.
H. Snow folgert daher am Schluß: "Von allen Ursachen der Krebsentwicklung in jeglicher Form erweisen sich neurotische Agenzien als die mächtigsten; die häufigste unter den vorherrschenden Ursachen ist seelischer Schmerz. Erschöpfung und Entbehrung folgen als nächste. Sie gehören zu den unmittelbar krebserzeugenden Ursachen und haben einen gewichtigen, prädisponierenden Einfluß auf die weitere Entwicklung. Bei Schwachsinnigen und Geistesgestörten treten Krebsfälle bemerkenswert selten auf."

Während des 20. Jahrhunderts verblaßten diese Erkenntnisse immer mehr, und man konzentrierte sich auf neue Verfahren in der Chirurgie, Anästhesie, Strahlentherapie etc.
Sonderbar ist, daß man, schon beginnend mit der Psychoanalyse von Freud, offenbar den Sinn für die natürlich empfundenen Schicksalsschläge verloren hat. Niemand konnte oder wollte mehr diese schon vor Jahrhunderten von klugen Ärzten gemachten Beobachtungen einer ernsthaften Prüfung unterziehen. Es erstaunt, mit welcher "Zielstrebigkeit" man vom Ziel wegstrebte....

Abgrenzung von der Psychologie

S. Freud, der Begründer der Psychoanalyse, entwickelte ein umfassendes theoretisches System zur Ursache und Behebung psychischer Störungen. Naturgemäß konnte er seine Theorien, z.B. die Libido- und Sexualtheorien nicht auf der Gehirn- oder Organebene festmachen, geschweige denn gegenkontrollieren. So mischen sich bei ihm und seinen Schülern weitgehend richtige Beobachtungen (z.B. die über das Unterbewußtsein) mit Halbwahrheiten und völlig falschen Erklärungen. Die Psyche erscheint insgesamt als ein von Körper und Gehirn abgetrenntes Etwas, dessen Eigenschaften durch Ereignisse seit der Säuglingszeit geprägt sind, dem man nur mit komplizierten Theorien beikommen kann.

Die archaischen biologischen Konflikte überschneiden sich jedoch nur in Randgebieten (wie den hängenden Konflikten) mit diesen sich lang aufgebaut habenden psychologischen Konflikten. Die biologischen Konflikte sind von einer völlig anderen Art, so daß hier nur scheinbar von der gleichen Sache gesprochen wird, wenn Psychologen über Psyche und Konflikte reden.
        Für die meisten psychologischen Ansätze gilt:
Man suchte bisher weder nach akuten Konflikten, noch nach so etwas wie einem DHS, genausowenig war die Art und Weise, mit der ein solcher akut-dramatischer Konflikt-Erlebnisschock einschlug, welche speziellen Empfindungen der Patient in diesem Moment dabei gehabt hatte, bei irgendwelchen wissenschaftlichen Untersuchungen relevant. Man glaubte, Konflikte hätten eine lange Geschichte und Entwicklungszeit, und in der persönlichen Biographie des Patienten suchte man den Grund für die Konflikte und Störungen. Für die biologischen Konflikte gibt es in diesem Sinne keine "Vorgeschichte", es mag sie zwar in vielen Fällen im psychologischen Sinn geben, für die Diagnose eines Wasserkonflikts (z.B. durch ein Bootsunglück bei Gewitter) ist die persönliche Vorgeschichte des Patienten vergleichsweise uninteressant bzw. irrelevant. Die psychologische und die biologische Konfliktebene sind völlig verschieden, wenn sie sich auch stellenweise überschneiden können. Man muß sich stets klarmachen, daß biologische Konflikte eben auch Tiere erleiden können!

In der Psychologie scheiden viele Ereignisse schon von vorneherein als Konflikt aus. Ereignisse, die die Bewertung "Konflikt" im psychologischen Sinne verdienen, sind z.B. der Verlust eines Angehörigen oder die Zerrüttung einer Ehe.

Daß wir mit einem einzigen Wort ("Schwein") einen Krebs bzw. einen biologischen Konflikt erzeugen können, erscheint vielen unwahrscheinlich. Daß der Hamer sagt, es komme darauf an, daß die Konflikte uns akut-dramatisch, unvorbereitet, unerwartet, auf dem falschen Fuß erwischen müssen, wurde bisher nur mitleidig belächelt. Ich habe, wie schon erwähnt, eine Patientin erlebt, die vier allernächste Angehörige verloren hat in kurzer Zeit und dabei keinen einzigen biologischen Konflikt erlitt, weil sie bei jedem dieser Angehörigen, Vater, Mutter, Bruder und Onkel vorher gewußt hatte, daß jeder einzelne dieser Angehörigen keine Chance zum Überleben hatte. Als aber der Onkel, der der Patientin seine wunderhübsche Truhe zu vererben versprochen hatte, aber in seinem Testament der Schwester der Patientin diese Truhe vererbt hatte, da rastete diese Patientin völlig aus und erlitt ein DHS mit einem biologischen Konflikt, denn da wurde sie auf dem falschen Fuß erwischt. Sie erkrankte an einem Pankreas-Karzinom.[...]

Zusammenhänge für den Krebs konnte von der Sache her im Grunde niemand erkennen, da man nicht zwischen der konfliktaktiven Streß-Phase mit ihren eigenen Symptomen und der konfliktgelösten vagotonen Phase unterschied. Die psychischen "Werte" sind ja ebenfalls für beide Phasen völlig verschieden! Das Kriterium der Zellvermehrung bei Krebs, also z.B. gleichermaßen bei Darmkrebs, Ovarialtumoren (Zysten) oder Osteosarkom führte dazu, daß man eben völlig verschiedene Krankheitsphasen und Erscheinungsformen auf einen gemeinsamen Nenner untersuchte, den es nicht geben konnte, aus Unkenntnis des ontogenetischen Systems der Tumoren. Auch unterschied man - psychologisch gesehen - nicht zwischen primären und Folgeerkrankungen oder gar abgeheilten alten Karzinomen, die nur durch Zufall entdeckt worden waren. So sind viele Ergebnisse solcher Untersuchungen in sich sinnlos.

Es kommt noch etwas ganz Wichtiges dazu: Nach unserem heutigen Verständnis der Neuen Medizin darf der Patient ja gar nicht nur einfach allgemein psychotherapiert werden, denn er muß ja sein ureigenstes biologisches Problem biologisch-real lösen. Die zusätzliche "Power", die ein Patient mit einem aktiven biologischen Konflikt durch die sympathicotone Stress-Innervation erhält, ist von der Natur unmittelbar dazu gedacht, dem Individuum einen zusätzlichen Schub an Energie zu verleihen, die es zum Angehen einer Konfliktlösung benötigt. Daher sind praktisch alle psychologischen Therapieformen, wenn sie am Kern der Sache vorbeigehen und diesen Mechanismus nicht verstehen und gar in ihn einzugreifen versuchen, um ihn abzublocken oder abzustoppen, primär fehl am Platze. Daß hier Vorsicht geboten ist, möchte ich im weiteren erklären:
Wir müssen erst ganz genau eruieren, wann und wie genau das DHS gewesen ist, in welcher Phase welches Konfliktes wir uns genau befinden, um mit dem Patienten zusammen das zu machen, was ich eine individuelle, spezifische und dem Verlauf angepaßte biologische Therapie nenne. Psychologen sind einer solchen biologischen Psycho- und Organ-Kriminalistik nicht gewachsen, mangels medizin-biologischen Backgrounds. Dieses Manko auf Seiten vieler Psychologen kann für den Patienten im Extremfall sogar tödlich enden: Wenn nämlich in unwissendem Eifer plötzlich alle Konflikte ohne Berücksichtigung ihrer Dauer gelöst werden sollen. Sehr schnell ist da die körperliche und Gehirnebene außer Acht gelassen, auf der sich möglicherweise Gefährliches tun kann. Wird z.B. ein Revierkonflikt, der über viele Monate ging, von einem gutmeinden Psychologen durch eine Therapie gelöst, so haben wir ja nach einiger Zeit auf dem Höhepunkt der Heilungsphase die epileptoide Krise in Form des Herzinfarktes zu gegenwärtigen. Dieser kommt natürlich für alle Beteiligten in diesem Falle völlig überraschend und endet nicht selten tödlich, wie ich es schon einige Male erlebt habe. Gleiches gilt natürlich für andere langandauernde Konflikte, die plötzlich durch Therapien unwissentlich in die Lösung gebracht werden und starke Hirnsymptomatik machen können, wie Kopfschmerzen, Hirndruck durch Lösungsoedem etc.

Es gibt viele langgedauerte Konflikte, die unter keinen Umstände gelöst werden dürfen, da der Patient die Heilungsphase nicht überleben würde. In der Konfliktaktivität belassen, kann er dagegen ein relativ normales Leben führen, abgesehen davon, daß er meist spindeldürr ist und in ständiger Gefahr einer schizophrenen Konstellation lebt (bei den Großhirnkonflikten).

Zugegeben, man hätte die Neue Medizin von vielen Seiten aus entdecken können, z.B. von der embryologischen Seite der Keimblattbesonderheit der einzelnen Organgruppen oder man hätte die Neue Medizin von der Histologie her entdecken können, wenn mal jemandem aufgefallen wäre, daß da ein System drin enthalten ist, wenn man die zusammengehörigen Organgruppen vergleicht. Man hätte es vielleicht auch von der Verhaltensforschung aus entdecken können oder von der Lokalisation der Relais im Gehirn, die für Organgruppen zuständig sind, so wie wir das ja bereits vom Homunkulus kannten.

Durch den Tod meines Sohnes Dirk und meiner eigenen Erkrankung an Krebs habe ich nun zufällig bei den akuten Konflikt-Folgen angesetzt, für einen praktischen Kliniker mit Leib und Seele, der ich immer war, vielleicht der naheliegendste Weg. Die Konfrontation mehr mit den Psychologen, weniger mit den Psychosomatikern, erfolgte daher mit Zwangsläufigkeit.

Ich erinnere mich noch an den Radiologen in unserer Klinik in Oberaudorf, der einige Semester Psychologie studiert hatte. Als ich ein Referat vor meinen damaligen Kollegen hielt und diesen klarzumachen versuchte, daß solche akut-dramatische Konfliktschocks nach meiner Beobachtung den Krebs ausgelöst hätten, da stöhnte er: "Das ist alles nonstop Nonsense, das gibt es ja in der Psychologie gar nicht." Glücklicherweise hatte ich einige Jahre neurologischer und psychiatrischer Erfahrung hinter mir, so ließ mich das völlig kalt. Nicht die Realität hat sich nach psychologischen Theorien zu richten, sondern umgekehrt: Sofern die Medizin den Anspruch erhebt, biologisch-naturwissenschaftlich ernstgenommen zu werden, ist das Experiment die Basis aller weiteren Überlegungen. Insofern krankt unsere Psychologie an den rein theoretischen Konstruktionen, die leider den Nachteil haben, daß sie der Wirklichkeit nicht entsprechen.

Überhaupt krankt die Psychologie natürlich daran, was in dem neuen Psychotherapeutengesetz noch festgeschrieben werden soll, daß ihr nicht nur die medizinische Kenntnisse fehlen, sondern auch die medizinische Praxis.
Die Mediziner verstehen sich parallel hierzu immer mehr, wie es ja das neue Psychotherapeutengesetz zementieren wird, als Organ-Mediziner. Die Psyche wollen sie den Psychologen überlassen. Wie wir bisher gesehen haben, kann man das Individuum jedoch nicht in seine Einzelteile zerlegen.


Fortsetzung (2)

Copyright R.G. Hamer



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