Das Lindsay Tribunal

Das irische "Lindsay Tribunal" (benannt nach einem der Opfer) untersucht das Schicksal von 220 Hämophilen (Blutern), die vornehmlich in den 70er- und 80er-Jahren durch Blutprodukte (Faktor VIII Präparate) angeblich mit HIV sowie HCV (vermeintlicher Hep C Erreger) infiziert wurden. Von diesen Personen sind 75 mittlerweile gestorben. Das Tribunal startete im Mai 2000 und hält auch öffentliche Anhörungen ab.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern sowie die Webmaster von Aidsmyth.com, Kathy McMahon und Fintan Dunne (letzterer als Verfasser) haben nun einen Beitrag eingereicht, der vom Tribunal auch angenommen wurde.

Es folgt nach den Links eine Übersetzung des Abschnittes, der sich speziell mit der Problematik der Hämophilen befaßt. Im Anhang folgt ein englischsprachiger Artikel, der mehr Details über die Hintergründe des Tribunals bietet.

Das Lindsay Tribunal - Die Homepage
Das Lindsay Tribunal - engl. Originaltext von Fintan Dunne

Aus
A preliminary submission to the Irish Lindsay Tribunal

Unterstützt von:

Dr. Harvey Bialy PhD, Institute of Biotechnology, Mexico; Member SA Aids Panel
Prof. Etienne deHarven; (Emeritus Pathology) Toronto Univ. / France; Member SA Aids Panel
Fintan Dunne, Joint Editor, Aidsmyth.com, Ireland;
Rev. Dr. Michael Ellner; Pres. H.E.A.L. NYC, New York, USA.
Prof. Manu Kothari (Anatomy), Seth G.S., Mumbai, India; Member SA Aids Panel
Kathy McMahon, Joint Editor, Aidsmyth.com, Ireland;
Prof. Eleni Papadopulos-Eleopulos (Medical Physics), Perth, Australia; Member SA Aids Panel
Prof. Valendar F. Turner (Emergency Medicine), Perth, Australia. Member SA Aids Panel

[...]
[1d.] HAEMOPHILE UND AIDS

Dr. Etienne deHarven sagte, daß "...nach ausgiebigem Studium der aktuellen Literatur zur AIDS-Forschung die folgende Aussage unausweichlich erscheint: Weder Elektronenmikroskopie noch Molekularmarker haben bislang eine wissenschaftlich schlüssige Demonstration einer Retrovirus-Isolation direkt von AIDS-Patienten ermöglicht." (Continuum Frühjahr 1998)

Dieser Grundgedanke steht auch im Mittelpunkt der veröffentlichten "peer-reviewed" Arbeit "FACTOR VIII, HIV AND AIDS IN HAEMOPHILIACS: AN ANALYSIS OF THEIR RELATIONSHIP" von der Perth Group (Eleni Papadopulos-Eleopulos, et al.) - von der in diesem Beitrag die Rede sein wird.

Die Perth Group behauptet, daß das wissenschaftlich anerkannte Verfahren für die Isolation von Retroviren beim HI-Virus niemals angewandt wurde. Deshalb fehlt allen derzeitigen HIV-Suchtests ein "Gold-Standard", anhand dessen man überprüfen könnte, ob das Virus tatsächlich gefunden wurde.

Prof. Papadopulos-Eleopulos erläutert:

"Ein Virus ist ein mikroskopischer Partikel mit bestimmter Größe und Form (Morphologie), welches bestimmte Bestandteile aufweist (biochemische Eigenschaften) und welches in der Lage ist, sich nur auf Befehl von Protoplasma (lebende Substanz der Zelle) zu reproduzieren, d.h. ein Virus ist zwangsläufig ein intrazellulärer Parasit. Replikation eines virusähnlichen Partikels ist die Eigenschaft, die einen Partikel als infektiös definiert, d.h. virusähnlicher Partikel + Replikation = Virus."

"Diese definierenden Daten bedeuten, daß der einzige Weg, die Existenz eines neuen Virus nachzuweisen, darin besteht, (I) virusähnliche Partikel zu isolieren, d.h., zunächst die Partikel von allem anderen getrennt vorliegen zu haben; (II) ihre morphologischen Charakeristika zu bestimmen; (III) ihre Bestandteile (Nukleinsäuren und Proteine) zu analysieren um damit aufzuzeigen, daß diese Eigenschaften Retroviren zuzurechnen und einzigartig (spezifisch) sind; (IV) zu beweisen, daß die Partikel infektiös sind, d.h., wenn gereinigte Partikel in nicht-infizierte Zellkulturen eingeführt werden, müssen neue, aber identische (gleichartige) Partikel erscheinen.

"Nur dann kann ein virusähnliches Partikel als Virus betrachtet werden. Im Fall von Retroviren wurde dieses Verfahren über ein halbes Jahrhundert vor der AIDS-Ära entwickelt und von Toplin und Sinoussi beschrieben. [Toplin I. (1973). Tumor Virus Purification using Zonal Rotors. Spectra No. 4:225-235. Sinoussi F, Mendiola L, Chermann JC. (1973). Purification ..of murine sarcoma virus ...in sucrose density gradients. Spectra 4:237-243.]"

Desweiteren argumentiert der Perth-Artikel:

Daß ihre Forschung zeigt, daß HIV-Infektion nicht von Blutprodukten stammen kann - nicht einmal vor der Hitzebehandlung - weil:

Wie die U.S. Centres for Disease Control (CDC) publiziert haben, ist eine Infektion mit HIV nicht über Blutprodukte möglich, weil die Technik, die für die Zubereitung von Faktor VIII angewandt wird, die Konzentration von allen infektiösen Partikeln um das Tausendfache verringert - sogar vor der Hitzebehandlung; daher würde man zum Schluß kommen müssen, daß Faktor VIII nicht genügend HIV-Partikel enthält um infektiös zu sein. In den Worten der CDC -- "Trocknen von HIV-infiziertem menschlichem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten reduziert das theoretische Risiko einer Übertragung auf das, was man auch beobachtet hat - praktisch Null."

Außerdem sind vermutlich bis zu 99,9% des "HIV Genoms" im Blutplasma unvollständig - das heißt, ein oder mehrere Gene fehlen. Entscheidend ist, daß sogar dann wenn intakte HIV Partikel mit funktionierenden HIV-Genomen die Aufbereitung überlebt hätten, ihnen das gp120 Oberflächenprotein "knobs" fehlt, das für die Infektion von Zellen notwendig ist;

Daß HIV-Infektion nur bei Kontakt von Zelle zu Zelle möglich ist; daß ein solcher Kontakt über ein Blutprodukt unmöglich ist, da HIV-infizierte Zellen die Aufbereitung nicht intakt überleben können; daß damit kein plasmabedingter Infektionsmechanismus existiert.

Die Perth Group bringt darüber hinaus vor:
Daß das normale menschliche Genom HIV-Sequenzen enthält.

Daß HIV-Tests von Hämophilen falsch-positive Aussagen aufgrund von Kreuzreaktionen ergeben.

Daß Hämophile Hypergammaglobulinämie haben, und diese mit HIV-Seropositivität korreliert (Brenner et al., 1991).

Daß, wenn Hämophile, die vor 1988 nur mittels ELISA getestet wurden, oder sogar solche mit ELISA und Western Blot Test, neu untersucht würden, ein wesentlicher Anteil von ihnen nicht länger als HIV-seropositiv klassifiziert werden würden.

Daß die Therapie mit konzentriertem Blutfaktor selbst die Hämophilen einer Vielzahl von Alloantigenen ausetzt und Immunsuppression proportional zur Berührung mit Alloantigenen in der Therapie verursacht (Levine, 1985).

Daß die verschiedenen Variatonen von CD4 (Helfer)zellen-Zählungen, die man als Richtwert für die Therapie herangezogen hat, tatsächlich nicht mit dem klinischen Fortschreiten von AIDS korrelieren.

Der Artikel schließt mit der Begutachtung von Inkonsistenzen und Inkongruenzen bei der Bewertung von AIDS-Patienten im klinischen und im Klassifikationsbereich.

Wir argumentieren, daß dieser umfassende Artikel zeigt, daß Hämophile keine HIV-Infektion von Blutprodukten bekommen haben können; wie andere Faktoren als die Präsenz des HI-Virus die "Marker" für HI-Virus in Hämophilen erklären können; deshalb ist das HI-Virus nicht der ursprüngliche Grund für Erkrankungen und Mortalität - die von anderen Faktoren ausgelöst worden sein müssen.
[... ]



Zur AZT-Klage von A. Brink u.a.
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Anhang zum Hintergrund des Lindsay Tribunals (engl.)

BACKGROUND:
The Lindsay Tribunal
Tragedy Recalled in Church Street
by RTE-TV, Ireland

The Lindsay Tribunal is inquiring into the infection of more than 220 haemophiliacs with Hepatitis C and HIV from blood products that occurred mainly in the 1970s and 1980s. 75 people have died as a result of being infected - one of them had given evidence to the Tribunal shortly before dying. The Tribunal opened in May of 2000 and is holding public hearings.

The first person to give evidence was 20-year-old Karen Stephens, whose father Jerome contracted HIV from a clotting agent given to him during an operation. Karen spoke about the manner in which AIDS crippled her father, brought searing pain and ultimately killed him. She was in school at the time other children refused to play games with her in case they touched her and "caught" AIDS.

Ray Kelly explained how his 13-year-old son John died in agony from an AIDS-related illness caused by clotting agents. However, most witnesses gave evidence anonymously using pseudonyms and often behind a screen. The stigma lives on long after the diagnosis. One father told the Tribunal that it was a 'relief' when his 11-year-old son died, as he was "a pathetic little sight... so thin you'd be afraid to look at him, almost blind, his eyes were like golfballs, his body like something out of Auschwitz. For me it was a relief when he died... the little lad wouldn't suffer anymore".

While most clotting agents were imported from the United States, the BTSB conceded that 2 batches of clotting agent that it made had infected 7 haemophiliacs with HIV, 5 of whom have died. The Tribunal also heard that decision-making at Pelican House was slow, the BTSB was effectively bankrupt, critical documents were shredded and a senior employee had a conflict of interest. There were also suggestions from the Haemophilia Society's legal team that profit was put before product safety. Further damning revelations included the fact that the BTSB never ensured that patients it infected were informed.

The Tribunal heard that an HIV test was introduced in October 1985. However, it was not until 1989 that the BTSB introduced a "lookback", the process whereby the previous donations of a donor who tested positive for HIV would be checked.

Even when "lookback" was introduced, it wasn't made retrospective. The Tribunal learned that this was important after hearing about a woman who received a blood donation in 1985 from a donor who tested positive in 1986. As there was no "lookback", the woman did not find out that she was HIV positive until 1996 and then by accident.

In November, the Tribunal heard further evidence from people who either contracted HIV or Hepatitis C from blood products or were related to them. In one case, a blood sample was taken from a haemophiliac to conduct an HIV test without his knowledge or permission. On the same day, the doctor advised the man that it would OK to try and have a family. The man's wife told the Tribunal that the test was HIV positive, but they were not informed for 7 months, by which time she was 5 months pregnant. Her husband died from an AIDS-related illness, but she did not contract the virus.

There are only around 400 haemophiliacs in Ireland. More than 220 of them were infected by blood products, and 75 have died. Over the past two years, only two haemophiliacs have died as a result of their condition. While the Tribunal cannot take away the pain and loss, what the victims say repeatedly is that they want it to ensure that such a tragedy can never happen again.