Original Artikel auf AidsMyth.com (engl.)

Medizinische Unwissenheit & Die Demokratie des Intellekts
12. Juni 2000

von Professor Dr. Manu Kothari
Abteilung für Anatomie
Seth G.S. Medical College, Bombay (Indien)
Mitglied der südafrikanischen AIDS-Kommission

[Ins Deutsche übersetzt nach einer von Fintan Dunne (Editor von AidsMyth.com) editierten englischen Vorlage]

1996 feierte das KEM Krankenhaus in Bombay, für welches ich arbeite, seinen 50. Geburtstag. Und der Dekan bat mich, ihm ein möglichst ungewöhnliches und ausgefallenes Thema für eine Konferenz anläßlich dieses Jubiläums vorzuschlagen. Also sagte ich, "Sir, warum veranstalten Sie nicht, zum ersten Mal in der Geschichte, eine Konferenz über medizinische Unwissenheit?" Er lachte. Er griff den Vorschlag nur aus einem einfachen Grund nicht auf, wie er mir erklärte: Würde eine solche Konferenz stattfinden, würde weniger Geld von den Pharma-Unternehmen hereinfließen! Daher sagte ich, Okay Sir, ich gebe Ihnen die Garantie, daß ich die Konferenz zwar organisieren, aber dort selbst nicht sprechen werde. Irgendwie kam die Konferenz jedoch nie zustande.

Nun aber tagte auf Geheiß des Präsidenten Mbeki eine AIDS-Kommission in Prätoria, um eine Entscheidung der Frage herbeizuführen, ob die orthodoxe Seite recht hat, daß HIV AIDS verursacht und AIDS eine vernichtende Krankheit ist, die intensivmedizinisch behandelt werden müsse - oder ob hinter der gesamten Hypothese nicht viel Substanz steckt, wie eine sehr kleine Gruppe auf der anderen Seite glaubt. Und ich denke, es war sehr kühn vom Präsidenten, das Thema zu intellektualisieren und uns zusammenzubringen.

Peter Duesberg ist der Pionier-Dissident, könnte man sagen, der nicht glaubt daß ein HI-Virus AIDS verursacht, und der nicht glaubt, daß AIDS im Moment richtig behandelt wird. Peter betont, daß die orthodoxe Gruppe nicht sehr belesen sei; die Gruppe der Dissidenten wiederum sei zwar sehr belesen, aber aus unklaren Gründen wolle ihr keiner zuhören.

Medizinische Unwissenheit
Dies alles drängt mich dazu, das Versagen der Medizin auf den wichtigsten Gebieten wie Krebs, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall, Diabetes, Arthritis, Magengeschwüre, anzusprechen. Lassen Sie uns zunächst zu einem sehr wichtigen Buch zurückgehen, das von der Rockefeller Foundation im Jahr 1977 herausgegeben wurde. Sein Titel lautet: "Doing better and feeling worse, Health in the United States" (~ es geht uns besser, aber wir fühlen uns schlechter, Gesundheit in den Vereinigten Staaten).

Nun, wem "geht es besser"?
Bis in die 60er-Jahre gaben die Vereinigten Staaten ungefähr 8 Milliarden Dollar pro Jahr für das Gesundheitswesen aus. Heute betragen die Ausgaben 1,25 Milliarden Dollar pro Tag. Moral der Geschichte: Ärzte, Krankenhäuser und (Pharma-)Produzenten leben wie Gott in Frankreich!

Und wer "fühlt sich schlechter"?
Offensichtlich der Patient! Und die Schlußfolgerung von 1977, daß Patienten sich schlechter fühlen, bleibt heute, im Mai des Jahres 2000 anno domini, unverändert bestehen.

Die erste Frage muß lauten "Warum ist das so"?
Im ersten Kapitel des erwähnten Buches, das von Lewis Thomas verfaßt wurde, Yale-Absolvent, Philosoph und Arzt, der zuletzt Direktor des Sloan Kettering Instituts war, wird festgestellt: "..Wenn wir über diese größeren medizinischen Probleme reden, wie Krebs, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall, Arthritis und Magengeschwüre...weiß die Medizin so gut wie nichts"! Und im gleichen Buch kommt ein Arzt namens Wildarsky zu Wort, der sagt, daß bei 9 von 10 Probleme die Medizin reichlich wenig tun kann. Tatsächlich gibt es eine globale Erhebung, die besagt, daß 9 Verschreibungen und Eingriffe; 9 Untersuchungen oder 9 was auch immer von 10, nicht nur unnötig, sondern auch ungerechtfertigt sind!

Wie konnte es soweit kommen?
Wir sind soweit gekommen, weil seit, sagen wir 1930, die Technologie an die Stelle des Nachdenkens getreten ist. Bertrand Russel sagte ca. 1930, daß die moderne Ausbildung lehrt "how to do" (wie etwas zu tun ist), aber nicht "how to think" (wie man nachdenkt). Der Durchschnittsmensch will, daß Medizin - wie Rechtsprechung - nicht nur "getan wird", sondern daß man auch sehen kann, wie sie getan wird. Klare Aktionen haben in der Medizin mittlerweile Priorität, egal wie falsch sie sind.

Nun, im Hinblick auf AIDS, lassen Sie mich ein paar epistemologische Prinzipien hervorheben, die hier eine Rolle spielen. Epistemologie ist die Wissenschaft des Wissens. Es ist die Wissenschaft, die jedes Stück Information auf ihre Wertigkeit überprüft, ebenso auf ihre Möglichkeit, ihre Unmöglichkeit oder ihre Nutzlosigkeit. Bedenken Sie, daß vor ungefähr 300 Jahren ein Apfel auf den kahlen Schädel Newtons fiel, und damit die Gravitationslehre geboren wurde. Seit damals haben wir die Gravitation links, rechts und in der Mitte studiert! Wir wissen alles darüber bis zur 10. Stelle hinter dem Komma. Aber eine Sache bleibt sicher, wir können an der Gravitation nichts ändern. Wie Robert Arturu sagt, "Der Apfel muß herunterfallen"!

Soviel wir daher auch über Krebszellen wissen, erlaubt uns dieses Wissen nicht, die Krebszellen zu verändern. Tatsächlich haben Lyall Watson für die europäische Seite und Lewis Thomas für die amerikanische Seite die allgemeine Feststellung getroffen, daß die größte Entdeckung des 20. Jahrhunderts die Entdeckung der Menschlichen Unwissenheit ist!

Damals, 1977, schickte mir einer meiner amerikanischen Studenten die "Encyclopedia of Scientific Ignorance" (Enzyklopädie der Wissenschaftlichen Unwissenheit). Darauf folgte im Jahr 1979 die "Enzyclopedia of Medical Ignorance" (Enzyklopädie der Medizinischen Unwissenheit) von Pergaman Oxford. Diese zwei Enzyklopädien untermauern nachdrücklich die Aussagen von Lyall Watson und Lewis Thomas. Lassen Sie uns in die ferne Vergangenheit zu Shankaracharya zurückgehen. Er sagte im 9. Jahrhundert, daß wenn "Gyann" (Wissen) "Aananth" (Glückseligkeit) sei, dann sei es auch "Agyaan" (Unwissenheit). Und viel später sagte Blaise Pascal, daß Wissen die Innenfläche derjenigen Sphäre sei, deren Außenfläche mit Unwissenheit bemalt sei. Wenn mir also manchmal jemand erklärt, daß ich sehr belesen sei, erwidere ich, daß ich weiß, daß ich sehr sehr wenig weiß, denn je mehr du weißt, desto mehr Dinge gibt es - sich exponentiell vermehrend - die du nicht weißt.

Und das kann Ihnen erklären, warum einige der größten Menschen, die hochgebildet sind, gleichzeitig auch fast schmerzhaft bescheiden sind. Man ist fast irritiert, daß dieser Mensch so viel weiß und doch vortäuscht, bescheiden zu sein. Aber in der Tiefe seines Herzens, sehen Sie, weiß er, daß er nichts weiß!

Die Demokratie des Intellekts
Ich bin ein Lehrer, daher muß ich meinen Studenten etwas beibringen. Und ich rätsle oft darüber, was meine Rolle ist? Dann wird mir klar, daß ich ein Mitglied der "Demokratie des Intellekts" bin. Diese Wendung wurde von Jacob Bronowski in einem seiner kleinen Bücher geprägt, das den Titel "Democracy and Intellect" (Demokratie und Intellekt) trägt. Es gibt keine Meinungsverschiedenheiten und keine Unterstützung einer Meinung. Es gibt nur eine Demokratie des Intellekts. Und was ist meine Aufgabe? Die Aufgabe eines jeden Lehrers besteht darin, den Schüler an die äußeren Bereiche des Wissens und an den Beginn seiner Unwissenheit zu führen, um damit eine epistemologische Gleichheit zu begründen, die das Herz jeder Demokratie sein muß.

Wenn wir daher diese Richtung weiterverfolgen ist zu sagen, daß wir hier in unserer Abteilung wo ich die letzten 40 Jahre gelehrt habe, drei starke Hauptprinzipien haben; daß nämlich der Student schon am ersten Tag eine gesunde Respektlosigkeit gegenüber den 3 T´s lernen muß...das sind der Lehrer (Teacher), der Lehrstoff (what is Taught), und das Lehrbuch (Textbook). Und zu diesem Zweck ermuntern wir sie, einen Schwur zu leisten, der im früheren Europa üblich war, besonders an bestimmten Universitäten. Du leistest einen Schwur, daß "ich nicht hierher gekommen bin, um anzubeten was man herausgefunden hat, sondern um zu fragen!" Fragen, fragen und fragen! Daher verlangt auch die HIV/AIDS-Thematik hinterfragt zu werden.

Für Krebs zu spät
Um unsere Fragen zu HIV/AIDS zu entwickeln, oder besser gesagt, auf diesem Gebiet ein moralisches Recht zu haben, lassen Sie uns zunächst andere Gebiete betrachten, auf denen die Dinge ziemlich klar zu sein scheinen.

1946 schrieb Augustus Bier, daß alles was wir über Krebs wissen, auf eine Visitenkarte paßt! Und bis heute ist dies unverändert der Fall. Um das Jahr 1983 charakterisierte James Watson von der double helix fame die Krebsforschung als intellektuell bankrott, finanziell lukrativ und therapeutisch nutzlos. Und er sagte, daß das Krebs-Establishment eine große Scheiße sei. Das ist der Begriff, den er benutzte.

Nobelpreisträger Sir MacFarlane Burnet faßte die gesamte Nobelpreis-Szene zusammen und er sagte, daß nach 100 Jahren Arbeit die Früchte genau Null sind. Und was heute passiert ist folgendes: Die Krebszelle wird nicht länger als als eine strukturelle Entitität [~ von anderen Zellen unterscheidbare Einheit] betrachtet. Die Krebszelle wird als eine weitere Form einer normalen Zelle betrachtet. Nun ist die Frage: Was ist eine Krebszelle und was ist eine normale Zelle? Albert Szent-Györgyi, der den Nobelpreis für die Entdeckung von Vitamin C und Actin Myocine erhielt, leitete eine Sitzung in den USA auf dem 69. Ciba Symposium für submolekulare Biologie und Krebs. Und als er gegen Ende gefragt wurde, "Können Sie den Begriff Krebszelle definieren?" sagte er, typisch für eine bescheidene Person, "Mein lieber Herr, wie kann ich Ihnen erklären, was eine Krebszelle ist, wo ich doch nicht einmal weiß, was eine normale Zelle ist?" Im Krebs-Establishment jedoch wird das Märchen von der Krebszelle als einer bösartig um sich greifenden Zelle aufrechterhalten.

Ein weiterer unheiliger Humbug, an dem festgehalten wird, ist daß Chemotherapie und Radiotherapie nützlich sind, weil sie früher die sich schnell teilenden Zellen als die normalen Zellen töten. Das konnte man solange glauben, bis die Zytokinetik auftauchte. Und das Auftauchen der Zytokinetik zerstörte zwei Illusionen. Sie zeigte, daß - wenn überhaupt - Krebszellen sich fast schmerzhaft langsam vermehren, mit dem Resultat, daß man mit Radiotherapie und Chemotherapie eine Million normaler Zellen zerstört, bevor man die erste Krebszelle erwischt. So sieht dieses Geschäft aus, okay?

Die andere Illusion, die dabei auf der Strecke blieb, war die der frühen Diagnose, und dennoch wird sie weiterhin propagiert. Von 1802 an bis zum Ende des 20. Jahrhunderts haben einige der führenden Köpfe aufgezeigt, daß eine frühe Diagnose nicht möglich ist. Dies wurde intuitiv behauptet. Dann kam die Zytokinese. Und sie hat uns gezeigt, daß, bevor ein Tumor ein Milligramm wiegt - und auch dann kann ihn noch kein Scan entdecken - , er schon aus einer Milliarde Zellen besteht! Und um dahin zu kommen, braucht es einige Jahre. Das bedeutet, zu dem Zeitpunkt, in dem ein Krebs diagnostiziert wird, ein Krebs der noch keine Symptome verursacht - diagnostiziert und entdeckt vom modernsten Scan unserer Zeit -, ist er bereits seit 5 - 20 Jahren im Körper des Patienten vorhanden gewesen.

Krebs ist nicht erforschbar
Wenn ich von diesem Unfug über frühen Krebs höre, zitiere ich daher gern Churchill: "Niemals in der Geschichte des Wissenschaft wurde so viel Unwahres von so wenigen, zu so vielen, für eine so lange Zeit erzählt." Wir schrieben das 10. Kapitel von unserem kleineren Buch, weil Ivan Illich klar wurde, daß die große Ausgabe "Natur des Krebses" mit einem Umfang von 1000 Seiten kaum jemand lesen würde. Also sagte er mir: Manu, kürzen wir es auf ein Zehntel, und das taten wir! Dem 10. Kapitel gaben wir die Überschrift: "Krebs ist nicht erforschbar".

Als ich es nach England schickte, sagte mein Verleger: Manu, ich weiß daß du gerne Späßchen machst, aber dieses Mal treibst du es zu bunt! Ich entgegnete ihm, er könne doch einfach dieses Kapitel unter den Top-Krebsspezialisten in England herumreichen, und falls sie mich bitten sollten, es zu modifizieren - werde ich es tun. Wenn sie mich bitten, es ganz wegzulassen, werde ich es weglassen. Beides war ihnen, auf solider intellektueller Basis, nicht möglich. Dieses Kapitel blieb in einer Reihe von Ergänzungen und Übersetzungen bestehen, und wir haben gezeigt, daß Krebs nicht erforschbar ist.

Am 14. März 1979 war der 100. Geburtstag meines verehrten Einstein, und Dr. Lopa und ich entschieden uns, ihm einen Beitrag zu widmen. Warum? Laßt es ruhig die ganze Welt wissen, daß Einstein nach den Worten von J.B.S. Harding der größte Jude nach Jesus Christus war! Daher schrieben Lopa und ich einen Artikel über die Zeit, Unschärfe, Relativität und Normalität in der Medizin). Der Beitrag wurde in Chicago herausgegeben. Der Titel war "Trans science Aspects of Disease and Death". Wir hielten darin an unserer Meinung fest, daß schon bei einer gewöhnlichen Erkältung die Wissenschaft grundsätzlich nichts tun kann, nichts hinsichtlich ihrer Ursache, ihres Verlaufs oder ihrer Heilung.

Deshalb meinte ein Freund, ich sei ein Luddit. Ich sei nicht in der Lage, technologischen Fortschritt zu begreifen. Es gibt MRI. Es gibt CT-Aufnahmen, und ich solle mir das anschauen. Aus diesem Grund lautete das nächste Kapitel "Trans technique Aspects of Disease and Death". Glauben Sie mir, bis zum heutigen Tag, was die Ursache, den Verlauf und die Heilung von Krankheiten angeht, sei es eine gewöhnliche Erkältung, Krebs, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall, Diabetes, HIV und AIDS, weiß die Medizin so gut wie nichts. Und die Medizin muß akzeptieren, daß sie so gut wie nichts weiß. Okay?

Nehmen wir Diabetes. Wir scheinen zu wissen, daß es Diabetes gibt und wir behandeln sie mit anti-diabetischen Medikamenten. Das soll wohl ein Witz sein! Diabetes ist ein Problem mit vielen Gesichtern. Der Eiweißstoffwechsel ist gestört, der Fettstoffwechsel ist gestört, der Zuckerstoffwechsel ist gestört, die Arterien sind angegriffen. Im Moment haben wir nur einen Parameter, Glukoselevel. Also verabreichen wir das Medikament, um die Glukose in den vom Arzt ersehnten Level zu bringen - nicht notwendigerweise zum Wohl des Patienten. Und wir nennen es "Diabetes heilen, Diabetes behandeln"! Wirklich albern!

Vor ein paar Jahren, glaube ich, wurde eine Konferenz abgehalten allein zu dem Zweck, die Diabetes Mellitus zu definieren. Und nach drei Tagen gaben sie auf und sagten, diese Krankheit könne nicht definiert werden. Medizin hat auch Bluthochdruck nicht definiert, ebensowenig wie Herzinfarkt oder Krebs, nein, Medizin kann Arthritis nicht definieren, und Medizin kann HIV und AIDS nicht definieren! Sie kann es nicht! Wie kann man bei so vielen Defiziten Forschung betreiben?

Den Bypass umgehen
Im Moment schreibe ich an einem ABC der Kardiologie. A für Arterien, B für Blut, C für Codium oder Herz. Und welche Enthüllungen mache ich? Ich dachte, daß Kardiologen sehr sachkundige und wissende Leute sein müssen, aber statt dessen treffe ich auf tiefe Unwissenheit! Es gibt kein einziges echtes Herzmedikament, kein einziges.

Und ich muß einige Worte über Angiographie, Angioplastie und Bypass verlieren. Es war im Jahr 1993, als Frau Renu Vermani, die hier ausgebildet wurde, aber jetzt eine große Rolle in den USA spielt, majestätisch verkündete, "In den USA hat das koronare Angiogramm ausgedient. Wir setzen jetzt auf das intrakoronare Ultrasonogramm". Also fragte ich sie, "Madame, soll ich morgen in der Times of India einen Nachruf anbringen, daß die koronare Angiographie tot ist?" Sie sagte, "Ja, das müssen Sie tun, auf Ihre Kosten." Aber dann fügte sie hinzu "Wenn man allerdings Angioplastie macht, werden die Herzkranzgefäße unausweichlich aufgerissen". Und ich fragte, "Soll ich morgen demnach auch ankündigen, daß dieses koronare Zerreißen ein Bestandteil der koronaren Pflege ist?" Sie bejahte das. Und was ist heute das Ende vom Lied? Daß Angioplastie das Leben nicht verlängert und viele Komplikationen verursacht.

Und wenn du einen Stent implantierst? Durch Stents verursachte Stenosen der Arterien gelten heute als die am weitesten verbreitete iatrogene [ärztlich verursachte] bösartige Krankheit. Okay! Ich habe gerade einen Download vom Amerikanischen College of Cardiology and der American Heart Association erhalten, das besagt, daß Angiographie unzuverlässig sei! Deshalb machen wir ja intrakoronares Ultra-Sonogramm, das seinerseits unzuverlässig ist, daher führen wir eine Thalium Optic Studie durch, die unzuverlässig ist, und aus diesem Grund wiederum machen wir koronare Angioskopie! Alle vier zusammen sind unzuverlässig. Die Tatsache, daß sie unzuverlässig sind, habe ich nun in die Tatsache übersetzt, daß du mit Angioplastie und Bypass kein Leben verlängern kannst. Nicht ein einziges!

Lassen Sie uns zum Bypass kommen. Nehmen wir uns Harrison´s Lehrbuch der Medizin, Großausgabe, vor, Band 1 und 2...fast zweieinhalbtausend Seiten, die ich von der 10. bis zur 14. Ausgabe, von 1983 bis 1998, verfolgt habe! Fünfzehn Jahre und fünf Ausgaben lang! Und wir gehen zum Kapitel koronarer Bypass....und was lesen wir da? Wir wissen nicht wie ein Bypass funktioniert! Aber hier sind die drei Theorien dazu:

1.) Placebo ist zu 64% wirksam! Diese 64% habe ich aus einem anderen Buch, aber es kein Wunder, daß die N.Y. Times den Bypass einst als die teuerste Form von Aspirin bezeichnet hat! Sicher, du gibst eine Menge Geld aus und bist überzeugt, daß damit das Richtige getan wird.

2.) Sensorische Neurektemie. Weil der Herzbeutel aufgeschnitten wird, werden die Nerven zerschnitten, das Herz bleibt verpfuscht. Aber weil der Kamerad keinen Schmerz mehr fühlt, ist er nicht mehr beunruhigt.

3.) Und die vielleicht schlimmste Möglichkeit liest sich in kalten Worten so: "Bypass funktioniert wahrscheinlich, indem er das ischämische Segment zerstört", in normale Sprache übersetzt, heißt das: indem das Segment, das Symptome macht, vernichtet wird. Das Segment wird also vernichtet. Seine Nerven werden vernichtet, und der Kamerad wird schon auf dem Operationstisch wieder schmerzfrei. Aber die Moral von der Geschichte...Bypass ist eine Operation, die sehr sehr unwissenschaftlich ist, um es vorsichtig auszudrücken.

Ich habe ein Buch, "History of Coronary Revascularization" (Geschichte der koronaren Revaskularisation) , von Richard Preston, einem Kardiologen aus Brooklyn. Und er hat sich mit der Entwicklung von 1890 bis heute (das ist ein Buch von 1978) beschäftigt, und fragte seinen Kardiologen-Freund, warum sie eine rational kaum begründbare Operation verkaufen. Und die Erwiderung lautete, daß man die Ökonomie berücksichtigen müsse. Dies ist ein Marktplatz, mein Kunde will kaufen, also will ich verkaufen!

Das Herz der Sache
Moral der Geschichte, was tun wir in der Onkologie und Kardiologie? Wir können das Hauptproblem nicht attackieren, und um ganz genau zu sein: weil es ein solches nicht gibt! Es ist etwas, das mit uns wächst. Okay? Jeder kriegt es. Du kannst nicht jedermann behandeln, also was tun wir? Wann immer ein Symptom auftaucht, wenn Krebs eine Schwellung verursacht, die die Konturen und die Schönheit einer Person beeinträchtigt, beseitige sie! Falls durch die Schwellung etwas verstopft wird, beseitige sie.

Moral der Geschichte, Tata (Mutter) Hospital muß Erleichterung verschaffen ("to ease"), vorausgesetzt es gibt eine Belastung ("dis"-ease)! Die Gegenwart von Krebs bedeutet nichts, okay? Tatsächlich könnte ich Ihnen aus Boyd´s Pathologie vorlesen, daß Krebs eines der klassischen Beispiele dafür ist, daß eine Person ganz in Frieden mit sich selbst sein kann. Da gibt es einen Knoten, aber die Person hat keine Krankheit. Er hat Krebs, aber er hat keine dis-ease [s.o.].

Ähnlich verhält es sich, wenn man mein koronares Angiogramm nimmt und es schrecklich krankhaft aussieht, aber ich keine Symptome habe. Weil ich keine Symptome habe, bin ich nicht "dis-eased". Es gibt daher keinen Bedarf für einen "Easer" (Erleichterer), den man Arzt nennt. Und deshalb gibt es keinen Bedarf für einen Arzt, das zu verletzen, was man das Gesetz der Heilung nennt: Es ist unmöglich eine symptomfreie Person zu einer sich besser fühlenden Person zu machen, dafür ist es sehr gut möglich, eine symptomfreie Person zu einer sich schlechter fühlenden Person zu machen.

Du gehst in das Hinduja (Krankenhaus). Du gehst hinein, gut gekleidet, und zahlst einen großen Geldbetrag. Du gehst hinein als eine Person, und kommst heraus als ein Patient! Denn was tun sie mit dir? Sie untersuchen dich, und wie Rousseau sagt, pflanzen in dein Gehirn einen Wurm des Mißtrauens, der umherzukriechen beginnt. Von diesem Tag an denkst du, daß nicht mehr alles mit dir stimmt. Dieses Vorausfühlen einer Krankheit ist für keinen in irgendeiner Weise förderlich.

Unter dem Strich
Deshalb ist meine Schlußfolgerung für Krebs, meine Schlußfolgerung für koronare Krankheiten, meine Schlußfolgerung für Diabetes und Bluthochdruck, diese: Wenn sie inaktiv sind, dann tue nichts! Und wenn du eine Behandlung machst, dann behandle nur das Symptom, und warne das Individuum, daß dies seinen Zustand verschlechtern wird. Ein Symptom wird verschwinden, ein anderes wird auftauchen!

Um nur ein Beispiel zu nennen, Lawrence Clinical Pharmacology ist nun in der 8. gefeierten Auflage herausgekommen. Gehen Sie zum Abschnitt über Herzversagen. Gehen Sie dann zum zusammenfassenden Kästchen am Ende des Kapitels, und da finden Sie ein sehr vielsagendes Statement: "Linderung der Symptome verbessert nicht die Prognose und vice versa".

Oder Sie blättern in den Berichten der N.Y. Academy of Medical Sciences, vol 6, von 1956. Da gibt es einen 50-seitigen Artikel von Hardin Jones vom National Cancer Institute in Bethsesda, Maryland. Er machte eine globale Studie mit allen Typen von Krebs und verglich die behandelten und die unbehandelten Personen, mit dem Ergebnis, daß die unbehandelten die behandelten überlebten, und dabei auch eine höhere Lebensqualität hatten.

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