Braucht Südafrika mehr Kondome?
Gedanken und Zitate zu einer zynischen Diskussion


Während wir unaufgeklärten AIDS-Kritiker immer noch argwöhnen, daß die unter dem Etikett "AIDS" laufenden Krankheiten in Südafrika (wie auch anderen afrikanischen Ländern) mehr mit verheerender Armut als mit der sexuellen Übertragung des HI-Virus zu tun haben könnten, meinte kürzlich im Mail & Guardian Forum ein Diskussionsteilnehmer, Präsident Mbeki solle nicht so viel rumlabern, sondern lieber mal anfangen, in Südafrika Kondome zu verteilen.
Richtig, das kennen wir doch von "solchen" Ländern: Bumsen ohne Ende und von Kondomen noch nie was gehört. Und jetzt haben wir den Salat, HIV und AIDS sind dort nicht mehr in den Griff zu kriegen, die Epidemie nimmt ihren Lauf! Was nun, was tun?

Eine Rückkehr zur Realität könnte hilfreich sein. Wenn AIDS in Afrika wütet, weil HIV dort angeblich viel leichter heterosexuell übertragen wird, andrerseits aber HIV in Afrika seinen Ursprung hat, warum hat Afrika dann soviel Verspätung mit seiner Epidemie? Hat HIV zunächst einen Abstecher nach Europa und die USA gemacht, um anschließend gestärkt in seine Heimat zurückzukehren? Muß man nicht etwas mißtrauisch werden angesichts des Umstands, daß beim Ursprung von HIV immer über Afrika und Affen gesprochen wird, obwohl die "Seuche" doch in Los Angeles und San Francisco ihren Anfang nahm?

Wir AIDS-Kritiker müssen häufiger mit dem Vorwurf leben, reaktionär oder diskriminierend zu sein, weil wir das Dogma des politisch korrekten AIDS-Virus nicht anerkennen wollen, der alle gleichermaßen erwischen kann (was er aber unkorrekterweise einfach nicht tun will). Sicher sollte man sich nicht unbedingt auf dieses Niveau der Auseinandersetzung herabbegeben, jedoch wird man schon einmal laut überlegen dürfen, WER hier in Wirklichkeit der Rassist ist. Alles Böse kommt aus dem Urwald und verbreitet sich durch wilde Sexorgien, ja?

Dr. Christian Fiala hat es ausgesprochen: Hinter diesen Theorien könnten sexuelle Komplexe stecken, genauer gesagt, der Penisneid des weißen auf den schwarzen Mann [1]. Die Wahrheit über die "afrikanische Sexualität", so Fiala, sehe aber ganz anders aus: Westliche Freizügigkeit sei in weiten Teilen Afrikas verpönt (Artikel).

Daß AIDS in Afrika (was auch immer das sein mag) eine heterosexuelle Epidemie sein soll - im scharfen Gegensatz zu Europa und den USA - kann aber schwerlich mit größerer Promiskuität oder "unsafe" Sex zusammenhängen. Schon Fiala hat bei seinen Ausführungen auf eine Durex-Erhebung aus dem Jahr 1997 zurückgegriffen, im Oktober hat der Kondomhersteller nun die Zahlen für 1999 veröffentlicht. Daraus geht hervor, daß --
-- Südafrikaner im Durchschnitt 8,7 Sexualpartner hatten (Graphik von durex leider nicht mehr online), exakt genausoviele wie Deutsche;
-- 86% der Südafrikaner angaben (Graphik leider nicht mehr online), ihre Sexualgewohnheiten wegen AIDS geändert zu haben, das ist Weltrekord;
-- 39% der Südafrikaner, aber nur 22% der Deutschen Kondome benutzen.
Dies sind bei allen Unwägbarkeiten solcher Statistiken doch bemerkenswerte Zahlen. Und dies sagt Prof. Mhlongo dazu, der Staatspräsident Mbeki unterstützt:

DUREX GLOBAL SEX SURVEY

I find this survey to be very interesting with regard to South Africa (The Citizen 17th October 2000). From the survey it is stated that "Compared to the world average change of 58%, it is people in South Africa (where 86% changed their sexual lifestyle), the US (a 74% change), Nigeria and Thailand (both averaging a 73% change) who made the most significant changes". These findings suggest that South Africa is a world-beater as far as condom use is concerned. Well done Durex - condom manufacturer, this country has become your best market.

However, in the light of this finding, I have some relevant comments to make. We are told almost daily that HIV infection is rising in South Africa - 1700 new cases everyday!

This would suggest that:
1) Condom use has no effect on HIV
2) The purified HI Virus - if it can be shown to exist, is not sexually transmitted!

Durex undoubtedly has made a lot of money from the sale of condoms in Africa. Perhaps they could donate some of this money to a few programmes such as:

Improvement of sanitation where none exists.

Research into other sexually transmitted diseases such as:
(a) Gonorrhoea
(b) Syphilis
(c) Chlamidia

In particular the research could focus on whether or not these above mentioned three conditions are going up or not in the light of increased usage of condoms by the South African population.

Prof. SWP Mhlongo Head & Chief Family Practitioner Family Medicine & Primary Health Care Medunsa South Africa

Natürlich wurde auch immer gern behauptet, daß in Afrika solche Mutationen von HIV wüten, die leichter übertragbar seien. Aber auch das ist nicht stichhaltig, wie einige Forscher, die keine AIDS-Kritiker sind, herausgefunden haben:
"The transmission probabilities per sexual act in Uganda is really not that different to what we see in Europe, Thailand and the US among heterosexual couples, and that tells us that the overwhelming epidemic in Africa is not due to a more infectious virus," ["...und das sagt uns, daß die gewaltige Epidemie in Afrika nicht auf ein stärker infektiöses Virus zurückzuführen ist"] lead study author Dr. Ronald H. Gray recently told Reuters Health.
Quelle: The Lancet 2001;357:1149-1153.

Aber selbst wenn man die (angeblich) höhere heterosexuelle Übertragbarkeit in Südafrika erklären könnte, bliebe natürlich immer noch die Frage offen: Warum die Verzögerung? Und warum findet die Epidemie ihren Höhepunkt rein zufällig dort, wo es keine vernünftigen Statistiken, sondern nur vage Hochrechnungen gibt?



[1] Lieben wir gefährlich? von Christian Fiala
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