Woran sterben Kenianer?

In Anlehnung an "Are Kenyans really this sick?" von Wandera Ojanji (19.11.00) aus "The Nation",
voller (engl.) Text auch auf AidsMyth

Verbreitete Zahlen
30% (8.4 Millionen) aller Kenianer sind mit Tuberkulose infiziert.
Ungefähr 16.700 sterben jedes Jahr daran. .
70% oder 20 Millionen sind jedes Jahr dem Malaria-Erreger ausgesetzt.
26,000 Kinder unter 5 Jahren sterben jedes Jahr daran.
Über 2,2 Millionen Kenianer sind mit HIV infiziert.
240.000 sterben jedes Jahr an AIDS
20 - 30% leiden unter Typhus oder sind Träger des Erregers.
1/3 davon (über 1,9 Millionen) sterben letztlich daran, auch mit Behandlung.

Diese Zahlen liegen weit über den offiziellen Zahlen der CBS (Central Bureau of Statistics). Nehmen wir z.B. AIDS. Gemäß diesen Schätzungen hat AIDS pro Jahr 182.500 Menschen getötet. Alle gemeldeten Todesfälle zusammengenommen, d.h. unabhängig von der Todesursache, werden von der CBS mit 185.576 in 1997 und 221.543 in 1998 angegeben. Folglich sind im Jahr 1997 nur 3000 Menschen an anderen Ursachen als AIDS gestorben!

Der Kopf des Gesundheitsinformationssystems vom Gesundheitsministerium, Godfrey Baltazar, sagt zu den zitierten HIV/AIDS-Fällen: "Diese Schätzungen haben eine hohe Fehlerbreite. Sie beruhen auf Blutproben von schwangeren Frauen, die Kliniken besucht haben, die jedoch ausnahmslos in städtischen Gebieten liegen. Man ist davon ausgegangen, daß sie repräsentativ für die gesamte Kenianer Bevölkerung sind, was aber nicht der Fall ist. Die Übertragung auf nicht-schwangere Frauen, Männer und die ländliche Bevölkerung beruht auf Annahmen, die eine schwache empirische Grundlage haben."

Bis Mitte dieses Jahres war Baltazar ein leitender Angestellter im Epidemiologie-Bereich des NASCOP (National AIDS and STI Control Council = Nationales Komitee zur Kontrolle von AIDS und Geschlechtskrankheiten). Er fügt hinzu, daß die genannten Zahlen nicht glaubhaft seien, solange es keine statistischen Erhebungen in Kenia gebe. "Nur so könnten die Zahlen bestätigt werden."

Hochrechnungen werden zumeist von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) durchgeführt und laufen häufig so ab: Das Gesundheitsministerium des jeweiligen Landes gibt die gemeldeten Zahlen an die WHO weiter. Dort werden diese Zahlen nach irgendwelchen mathematischen Kriterien "bearbeitet", um die vermeintliche Dunkelziffer zu erfassen. Das ist der Grund für die gewaltigen Diskrepanzen zwischen den Angaben der Regierung und den Zahlen von privaten oder nicht-regierungsamtlichen Organisationen.

Auch Charles Geshekter aus Kalifornien schlägt in diese Kerbe: Die beteiligten Stellen würden absichtlich irreführende Methoden anwenden, um die Zahl der HIV-Fälle in Afrika zu ermitteln und so ganz falsche und erschreckende Zahlen produzieren. In Afrika wird der HIV-Status ja aufgrund von Symptomen, nicht aufgrund eines HIV-Tests bestimmt (vgl. dazu auch Interview mit Dr. Rasnick). Diese Symptome (Fieber, anhaltender Husten, Diarrhöe und 10% Gewichtsverlust) können laut Dr. Geshekter unmöglich von denen für gängige Krankheiten wie Malaria und TB getrennt werden.

Indien hat die Hochrechnungen einfach zurückgewiesen und sie als unwissenschaftlich und fernab aller Realität bezeichnet. Statt über 5 Millionen gehen sie daher von 3,5 Millionen HIV-Positiver aus.

Baraza Makheti, ein Statistiker der CBS glaubt, daß diese Institutionen schlicht ein falsches mathematisches Modell zugrundegelegt haben. "Diese Modelle beruhen auf der Dynamik westlicher Bevölkerungen. Sie haben keine empirische Grundlage für Kenia oder generell in Afrika, weil letztere eine sehr unterschiedliche Bevölkerungsdynamik sowie abweichende kulturelle, soziale und ökonomische Faktoren haben, die sich alle auf die Entwicklung solcher Modelle auswirken."

Die Projektionen, insbesondere für AIDS, werden nicht von der NASCOP durchgeführt, obwohl diese Institution eigentlich für die offizielle AIDS-Information in Kenia zuständig sein müßte. Vielmehr liefern sie, wie oben erwähnt, nur die gesammelten "rohen Zahlen" an die WHO, welche dann die Zahlen einer weiteren Berechnung und Analyse unterwirft.

Grundsätzlich hat jede Organisation ein Interesse daran, die Zahle für die "eigenen" Krankheiten möglichst hoch zu halten und sie als größte Bedrohung der Menschheit darzustellen. Tuberkulose z.B. hat nach Angaben der WHO in 1996 mehr Menschen getötet als AIDS, Malaria und tropische Krankheiten zusammengenommen. Und die Zahl der TB-opfer wächst weiter. "Experten verursacht jedes Jahr 8 Millionen neue Opfer und 2 Millionen Tote, und wird daher zur Todesursache Nr. 1 in den Entwicklungsländern", gemäß dem "Tuberculose and Sustainable Development", einem WHO-Bericht.

[Anmerkungen: Ich habe nur einen Teil des Artikels (frei) übersetzt. Zur Tuberkulose hat die Neue Medizin (Christian Joswig) natürlich eine etwas andere Einstellung, die selbst durch die ganz oben dargestellten geschätzten Zahlen gestützt wird: 16.700 Tote/Jahr bei 8,4 Millionen Infizierten, da muß die eigentliche Todesursache woanders liegen; selbst wenn man berücksichtigt, daß einige TB-Fälle zu AIDS-Todesfällen umfrisiert wurden. Am Ende des Artikels wird dann noch ein "Experte" zitiert, der meint, daß von den Millionen, die jetzt im Jahr 2000 HIV-positiv seien, die meisten sterben werden. Aha. Und für die HIV-Negativen wurde eine Unsterblichkeitspille entwickelt? ]


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