Ist HIV 69 Jahre alt?
von Dr. Roberto Giraldo


Dieser Artikel wurde im Juni 2000 geschrieben und in der Internetdiskussion des südafrikanischen "Presidential AIDS Advisory Panel" eingereicht.
    Englisches Original

HIV-Forscher behaupten sehr gerne, daß HIV seinen Ursprung in Afrika hat und sich von dort über die ganze Welt ausbreitet. Sie haben sich in zahllosen Spekulationen über das Alter [1-7] des Virus ergangen.

Im Magazin "Science", Ausgabe vom 9. Juni 2000, erklärte ein Forscher zum Geburtsdatum von HIV: "Ihre molekulare Zeitbestimmung ("molecular clock analysis") ergab das Jahr 1931, zu 95% jedenfalls zwischen 1915 und 1941". Heureka! Amerikanische Forscher "entdecken", daß HIV in Afrika im Jahr 1931 geboren wurde [1, 2]. Im folgenden mehrere der Erklärungen der Forscher, wie sie in zwei "Science" Artikeln abgegeben wurden:

"Die aktuelle Beweislage legt den Schluß nahe, daß das menschliche Immunschwächevirus (HIV-1 und HIV-2) die menschliche Population durch multiple zoonotische Infektionen von nichtmenschlichen Primaten, die mit dem Simian (Affen) Immunschwächevirus (SIV) infiziert waren, erreicht hat."

"Die gefährlichste virale Epidemie als Folge zoonotischer Übertragung ist AIDS, das vom menschlichen Immunschwächevirus (HIV) verursacht wird."

In Afrika "wurden Simian-Immunschwächeviren von nichtmenschlichen Primaten auf Menschen übertragen und begannen sich zu verändern bis als Folge davon HIV auftauchte."

"Zu der Zeit, als HIV-1 und HIV-2 in den 80er-Jahren identifiziert wurden, waren bereits mehrere verschiedene und weitverbreitete Epidemien, verursacht durch voneinander unabhängige HIV-Linien, in menschlichen Populationen in Afrika unterwegs."

In Afrika "scheint HIV von mindestens zwei verschiedenen nichtmenschlichen mit SIV-infizierten Primaten auf Menschen übertragen worden zu sein."

"Linien von HIV, die von Schimpanzen übertragen wurden, sind als HIV-1 bekannt, und diejenigen, die von Halsbandmangaben (Sooty Mangabey Affen) übertragen wurden, als HIV-2."

"Um 1950 existierten 10 oder weniger HIV-1 M-Gruppen-Linien, die Ableger hinterlassen haben, die bis heute überlebt haben."

"Die Epidemie explodierte in den 1950ern und 60ern, zusammenfallend mit dem Ende der Kolonialherrschaft in Afrika, verschiedenen Bürgerkriegen, den weitverbreiteten Impfprogrammen, dem Wachstum der großen afrikanischen Städte, der sexuellen Revolution, und erhöhtem Reiseverkehr von Menschen nach und von Afrika."

Und sie kündigen an: "Nun da wir ins 21. Jahrhundert eintreten, werden menschliche Populationen mit noch viel mehr zoonotischen viralen Epidemien leben müssen."

Die Autoren bieten keinerlei Beweise für irgendeine der genannten Erklärungen und Anklagen an. Es klingt so, als wüßten sie nicht, daß der Hauptunterschied zwischen Wissenschaft und Religion darin besteht, daß erstere eine objektive Vorstellung und einen Beweis für alle ihre Aussagen benötigt.

Was unter dem Begriff "HIV Wissenschaft" bekannt ist, besteht zu einem großen Teil aus extravaganten Bezeichnungen, welche die HIV-Forscher ihren Spekulationen verliehen haben. Beispielsweise sprechen die Untersucher des Ursprungs von HIV mit Vorliebe von der "molecular clock analysis", "molecular epidemiology", "phylogenetic analysis", "simian immunodeficiency viruses" (SIV), "SIV and HIV gene sequences", "HIV cloning", "zoonotic transmission", "transmission early hypothesis", "transmission cause epidemic hypothesis", "parallel late transmission hypothesis", "phylogenetic history of HIV", und "molecular evolution of HIV-1" [1-9]. Das klingt, als ob alles was sie beschreiben, real wäre. Durch den Gebrauch exotischer Namen kreieren die Forscher neue HIV/AIDS-Mythen. Überdies ist diese Praxis ein Beispiel dafür, wie HIV-Forscher und Top-"Wissenschafts"magazine Hand in Hand zu der weitverbreiteten Hysterie wegen viraler Übertragungsmögichkeiten beitragen.

Die weltweit führenden "peer-reviewed" Magazine wie "Science" und "Nature" sind stets bereit, unstimmige Annahmen und subjektive Spekulationen zu veröffentlichen. Weitere Mängel sind ihr schwaches Urteilsvermögen und ihre Zensur. Letztes Jahr wies "Nature" die Publikation eines Schreibens der "Perth Group" [10] zurück, das im Detail erklärte, daß Gao und Kollegen nicht bewiesen hatten, daß die Herkunft von HIV bei afrikanischen Schimpansen zu finden ist, wie behauptet worden war [3].

Einige Wendungen in den genannten Artikeln zum Ursprung von HIV in der letzten Ausgabe von "Science" könnten ohne weiteres Teile eines Science Fiction Romans sein. Andrerseits könnten die Zahlen und Tabellen, die von den "Science"-Forschern vorgelegt werden, um zu illustrieren wie sie in der Lage waren zu bestimmen, daß HIV 1931 in Afrika "geboren" wurde, auch sehr gut Teil einer modernen Kunstaussstellung sein. Einige Individuen sind leicht fasziniert von der Macht dieser Computerdesigns und glauben alles, was ihnen erzählt wird. Unglücklicherweise ist die derzeit herrschende Mehrheitsargumentation sehr schlicht: ´Wenn etwas in "Science" oder "Nature" veröffentlicht wird, muß es wahr sein.´ Es ist traurig, daß niemand die Methodik prüft, die in den Studien angewandt wird, oder nach Beweisen für Behauptungen fragt.

Die Besessenheit, mit der westliche Forscher die afrikanischen Menschen und Tiere als Schuldige für die Entstehung von AIDS und anderen Epidemien ausgemacht zu haben scheinen, ist beunruhigend [1 - 9,12,12]. Robert Gallo hat auf diesem Gebiet die Spitzenposition errungen [7-9,11].

Ursprünglich wurden die afrikanischen ´green monkeys´ verdächtigt [7,8]. In jüngerer Zeit waren es Schimpansen und Halsbandmangaben [1-3]. Sie spekulieren, daß exotische Verhaltensgewohnheiten von Afrikanern mit Tieren die "zoonotische Übertragung" erleichtert habe [1-9,11,12].

Wann immer Forscher Bruchstücke von Nukleinsäure finden, denken sie, sie hätten ein neues Virus [1-9,11,12]. Sie sind fasziniert von der Ähnlichkeit zwischen Bruchstücken von Nukleinsäure wie sie in afrikanischen Primaten gefunden werden und solchen in Menschen. Sie versuchen nicht, alternative Erklärungen für das Vorkommen dieses genetischen Materials zu finden. Anscheinend haben sie alle vergessen, daß das genetische Material von nichtmenschlichen Primaten fast identisch mit Sequenzen menschlicher Nukleinsäure ist. Dies ist schon seit der frühesten Forschung der Strukturen von Nukleinsäuren bekannt [13]. HIV-Forscher unterstellen die viralen Natur dieses genetischen Materials einfach. Diese virale Natur wurde jedoch niemals gezeigt [14,15].

Papadopulos-Eleopulos und ihre Gruppe in Perth, Australien, haben objektive alternative Erklärungen für das Vorkommen dieses genetischen Materials, Proteine, Glucoproteine und Enzyme, solche die angeblich zu HIV gehören, vorgelegt [10,14,15].

All dieses Material, das im Gewebe von menschlichem und nichtmenschlichen Primaten gefunden wurde, könnte sehr gut das Ergebnis von vielfachen, wiederholten und chronischen Berührungen mit Streßfaktoren sein [16-19].

Solche Artikel wie sie in der letzten Ausgabe von "Science" zum Geburtsdatum von HIV [1,2] publiziert wurden, zusammen mit der großen Mehrheit von sog. "wissenschaftlichen Publikationen" zu HIV von 1983 bis heute, weisen zwangsläufig auf eine Krise der wissenschaftlichen Methodik selbst hin. Die Krise ist ernst und pandemisch. Es ist eine wahre Katastrophe!

Die "Durban Deklaration" ["Erklärung der 5000"], geschrieben von HIV-Verteidigern und veröffentlicht in "Nature" am 6.Juli 2000, ist ein Paradebeispiel für die Anti-Wissenschaft, die sowohl von HIV-Verteidigern als auch den führenden "peer-reviewed" Magazinen betrieben wird.

Sie tun so, als könnten sie mit Abstimmungen eine Debatte entscheiden, der sie mit wissenschaftlichen Argumenten nicht standhalten können, da sie keine Argumente haben. Es ist auch kennzeichnend für eine tiefe Krise in wissenschaftlichen Institutionen und den Zustand von Verzweiflung und Dekadenz bei den Stabilisierern des HIV/AIDS-Betrugs.

Während der sechswöchigen Internet-Diskussion des von der südafrikanischen Regierung eingesetzten "Advisory Panels" haben die meisten der "weisen Wissenschaftler", mit denen ich die HIV-Verteidiger meine, nichts gesagt. Vielleicht sind wir AIDS-Dissidenten, Ketzer und Skeptiker nur Präsident Mbeki´s Trottel, mit einer unerklärlichen Begeisterung für wissenschaftliche Debattiererei?

Wir AIDS-Skeptiker sind eine heterogene Gruppe, mit mehr als zweitausend Individuen aus über 50 Ländern, mit verschiedenen Ansichten zu HIV/AIDS. Wir alle stimmen darin überein, daß HIV nicht die Ursache für AIDS ist. Unterschiedliche Sichtweisen haben wir jedoch z.B. zu folgenden Punkten: Der virale Charakter von HIV, die Bedeutung von "HIV-positive", das Auftreten von AIDS in Afrika, etc.. Einer der Hauptunterschiede zwischen den HIV-Gläubigen und uns allen wiederum ist, daß wir die wissenschaftliche Debatte betreiben und anregen [15,20-23]. Wir schauen nie nach Abstimmungen um unsere Sichtweisen zu unterstützen. Wir bestimmen keine wissenschaftlichen Wahrheiten durch die Unterzeichnung von Deklarationen. Wissenschaftliche Fakten werden durch Argumente geschaffen, nicht durch Demokratie.

Wir AIDS-Skeptiker fürchten uns nicht vor Debatten, denn wir haben keine Angst davor, falsch zu liegen. Das hauptsächliche Ziel von Wissenschaft besteht darin, Naturgesetze zu entdecken, und diese Gesetze bestmöglich zur Verbesserung des Lebens von Frauen und Männern fruchtbar zu machen. Die Angelegenheit von AIDS ist eine Angelegenheit von Menschen.

Die gegenwärtige Forschung und Publikationen zum Ursprung von HIV bilden eine "wissenschaftliche" Extravaganz, die nichts mit wirklicher Wissenschaft zu tun hat [10,24]. Die Gesamtheit der "HIV-Wissenschaft" ist ein Betrug, der noch schreckliche Konsequenzen für die ganze Menschheit haben wird.

[1] Korber B et al. Timing the ancestor of the HIV-1 pandemic strain. Science June 9, 2000; 289: 1789-1796.

[2] Hillis DM. Origins of HIV. Science June 9, 2000; 289: 1757 & 1759.

[3] Gao F, et al. Origin of HIV-1 in the Chimpanzee Pantroglodytes troglodytes. Nature 1999; 397:436-441.

[4] Kanki PJ et al. The origins of HIV-1 and HTLV-4/HIV-2. Ann NY Acad Sci 1987; 511: 370-375.

[5] Penny D. Origins of the AIDS virus. Nature 1988; 333: 494-495.

[6] Smith TF et al. The phylogenetic history of immunodeficiency viruses. Nature 1988; 333: 573575.

[7] Gallo RC. The AIDS virus. Part II of a two-part article on human retroviruses. In 1984 the cause of AIDS was shown to be the third human retrovirus. Although knowledge of the virus was rapidly obtained, its roll will be heavy. Scientific America 1987; 256: 47-56.

[8] Gurgo C & Gallo RC. Human retroviruses: HTLV-I, II, and III and their association with leukemia and AIDS. Ann NY Acad Sci 1987; 511: 350-369.

[9] Gallo RC, Blattner WA, et al. HTLV: The virus of adult T-cell leukemia in Japan and elsewhere. Lancet 1982; I: 683.

[10] Papadopulos-Eleopulos E, et al. Did Africans get HIV from chimps? Rappraising AIDS 1999; 7(8): 1-4.

[11] Gallo RC. The first human retrovirus. Part I of two-part article on the human retroviruses. The first example, found in 1978 causes a rare leukemia. Its discovery laid the groundwork for identifying the related virus that causes AIDS. Scientific America 1986; 255: 88-98.

[12] Pearce RB. HTLV missionaries and parasites. Lancet 1984; ii: 927.

[13] Watson JD, Crick FHC. Molecular structure of nucleic acids. A structure of deoxyribose nucleic acid. Nature 1953; 171: 737-738.

[14] Papadopulos-Eleopulos E et al. Is a positive Western blot proof of HIV infection? Bio/Technology 1993; 11: 696-707.

[15] Papadopulos-Eleopulos E et al. The Isolation of HIV: Has it really been achieved? The case against. Continuum (London) September/October 1996; 4(3): S1-S24.

[16] Morimoto R, et al. Stress proteins in biology and medicine. Cold Spring Harbor Laboratory Press 1990: 450.

[17] Schlesinger M J, et al. Stress proteins: induction and function. Berlin: Springer-Verlag 1990: 123.

[18] Van Eden W, et al. Stress proteins in medicine. New York: Marcel Dekker, Inc. 1996: 578.

[19] Latchman DS. Stress Proteins. Springer, 1999: 422.

[20] Duesberg PH. Peter Duesberg responds. Continuum (London) 1996 4(2): 8-9.

[21] Philpott P. The isolation question. How an Australian biophysicist and her simple observations have taken center stage among AIDS reappraisers. Reappraising AIDS 1997; 5(6): 1-12.

[22] Johnson C. Does HIV Exist? An interview with Eleni Papadopulos-Eleopulos, by Christine Johnson. Reappraising AIDS 1998; 6(5,6): 1-10.

[23] Papadopulos-Eleopulos E et al. The final act: Should HIV-AIDS critics question the existence of HIV? Reappraising AIDS 1999; 7(12): 1-4.

[24] Christie H. Chimp chimp cheree. Wild claims of the origin of "HIV" Continuum (London) 1998/9 5(5): 3.

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