Europäische Medien über AIDS in Südafrika

Über AIDS in Südafrika wird natürlich in Europa jede Menge berichtet. Über den von Mbeki entfachten, bzw. publik gemachten, Streit über die Ursachen von AIDS jedoch erfährt man in europäischen Medien noch weniger als in US-amerikanischen. Eine Ausnahme machen z.B. das BBC sowie der "Focus" in Deutschland.

- - - BBC - - - (http://news.bbc.co.uk)

In diesem Artikel vom 20.04.00 erfährt der Leser relativ viel über Duesbergs Position. Was insbesondere erstaunt ist, daß das Cover von Duesbergs Hauptwerk (in Sachen AIDS), des 1996 erschienenen Inventing the AIDS-Virus, groß abgebildet ist (also Gratis-Werbung für den angeblichen Verkünder des Unsafe Sex). Weniger erstaunlich ist, daß Duesbergs Auffassungen als überholt und widerlegt dargestellt werden.

Wiederum sehr erstaunlich ist aber noch etwas anderes: Die Links am Rand, die zeigen, daß die BBC die Kontroverse bereits zu einem festen Bestandteil ihrer Berichterstattung gemacht hat. Auf diese Weise werden viele Leute zum ersten Mal erfahren, daß es eine solche Kontroverse überhaupt gibt. Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, daß ausnahmslos jeder, der sich unbefangen und gründlich damit beschäftigt (das tun natürlich die wenigsten, die vom HIV-Streit hören), zum Schluß kommt, daß HIV (zumindest als Verursacher für AIDS) ein Schwindel ist.

Der Artikel der BBC zeigt durchaus ein gewisses Verständnis für die Haltung der AIDS-Kritiker an, soweit es um Europa oder USA geht: Die Ungereimtheiten der herrschenden Theorie sind dem Verfasser offenbar nicht entgangen. Sein alles entscheidendes Argument ist aber AFRIKA; diesen Kontinent hätten die AIDS-Dissidenten wohl nicht genügend beachtet; würden sie es tun, so der Autor, würden sie ihren Irrtum einsehen. Die reichhaltige "Dissidenten"-Literatur zu "AIDS in Afrika" muß der gute Mann übersehen haben.

Ignoriert wird in diesem Artikel selbstverständlich, daß es auch eine weitergehende AIDS-Kritik als die von Duesberg vertretene gibt. Duesbergs Meinung, daß HIV zwar harmlos sei, aber existiere, wird selbst von seinen glühendsten Bewunderern (wie z.B. Christine Maggiore: "He is a hero") nicht geteilt. Der Standpunkt, daß HIV nicht isoliert und seine Existenz nicht nachgewiesen wurde, der z.B. von der Perth Group, Dr. Stefan Lanka und Prof. de Harven vertreten wird, wurde in Mainstream-Medien noch ganz selten wiedergegeben. Ein "Ausrutscher" in dieser Hinsicht war eine Veröffentlichung einer Studie der Perth Group in "Die Woche" im August 1993.


- - - FOCUS - - - (www.focus.de)

Aus Focus 20/2000:
Südafrikas Staatschef bezweifelt, dass das HI-Virus Aids auslöst - mit fatalen Folgen

Mühsam arbeite er sich durch die Fachliteratur, bekannte Staatschef Thabo Mbeki. "Wenn ich etwas nicht verstehe, rufe ich die Gesundheitsministerin an."

Anfang Mai eröffnete Mbeki eine Tagung mit 33 Experten, die in dieser Besetzung wohl nur in der Aids-Hochburg Südafrika stattfinden konnte. Forscher wie Luc Montagnier, Mit-Entdecker des Immunschwächevirus HIV; kreuzten in Pretoria die Klingen mit so genannten Aids-Dissidenten um den US-Molekularbiologen Peter Duesberg. Der Wissensdurst des Präsidenten gilt einer Frage, die für die erdrückende Mehrheit der Experten mit Ja beantwortet ist, nämlich, ob HIV Aids auslöst.

Duesberg dagegen hält das Virus für harmlos und Aids für einen Sammelbegriff bekannter Krankheiten. Dass das südafrikanische Staatsoberhaupt Duesbergs These ernst nimmt, hat Folgen: Öffentliche Kliniken verweigern ein Medikament, das nach weltweiten Erfahrungen den Ausbruch der Krankheit hinauszögern und die Übertragung von der Mutter auf den Fötus verhindern kann. Ein anderes Aids-Mittel wurde wegen seiner Nebenwirkungen nicht zugelassen. Dabei steckt das Land am Kap mitten in der Aids-Krise. Bis zu zehn Prozent seiner 43,3 Millionen Einwohner gelten als infiziert. In einigen Regionen ist ein Drittel aller Schwangeren HIV-positiv. Die Hälfte der Kinder dieser Frauen trägt das Virus von Geburt an im Blut oder infiziert sich beim Gestillt werden. Vorbeugende antivirale Therapie wie etwa in Deutschland könnte die Rate auf weniger als ein Zehntel senken.

Ohne die Spur einer Einigung ging Mbekis Expertenrunde auseinander. Dass sie ein weiteres Mal zusammentreten will, empfinden Montagnier & Co. als notwendiges Opfer. Ein Teil der etablierten Forschergemeinde schlägt jedoch den anderen Weg ein und droht, die für Juli in Durban geplante Welt-Aids-Konferenz zu boykottieren.

Die Gegenseite wiederum möchte Mbeki dazu bewegen, außer Medikamenten auch die Bluttests auf HIV zu verbieten. Der Test geht Kreuzreaktionen mit anderen in Afrika verbreiteten Erregern ein. Er reagiert daher auch bei Tuberkulose- und Malariainfizierten", behauptet der Kieler Arzt Claus Köhnlein, einer aus Duesbergs Gefolgschaft.

"Ignorant" nennt Schlomo Staszewski, Leiter der Infektionsambulanz der Universität Frankfurt am Main, derartige Thesen. Setzt sich Duesberg in Südafrika durch, sterben noch mehr Menschen, denen zu helfen wäre."

Den Preis der Hilfe fände Mbeki, wenn er sich von ihrem Nutzen überzeugen ließe, aber auch noch zu hoch. Vor wenigen Monaten drohte Südafrika Zwangsmaßnahmen zur Verbilligung importierter Medikamente an. Erst auf nachhaltigen Druck der USA ließ man die Idee wieder fallen.

Anmerkung dazu:
Wir wollen bescheiden bleiben: Bereits die Nennung des Namens "Duesberg" in der Mainstream-Presse ist als ein Erfolg zu werten. Zum Inhalt ist jeder Kommentar überflüssig.

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