Die Existenzfrage

Verschiedene Auffassungen innerhalb der AIDS-Kritik


Die "AIDS-Kritik" besteht nicht aus einer homogenen Gruppe, sondern aus vielen verschiedenen Auffassungen von "halbkritisch" bis "radikalkritisch", die nur eines gemeinsam haben: Sie lehnen das Dogma vom Killervirus ab! Einer der wesentlichen Meinungsunterschiede innerhalb dieser "Dissidenten" ist die Frage, ob HIV überhaupt existiert. Hierzu stelle ich zunächst die Hauptakteure vor, weiter unten folgen dann Informationen über weitere Kritiker, die aber auch nicht vollständig sind. Siehe auch: Was die wichtigsten AIDS-Kritiker geschrieben haben
Prof. DuesbergI. Prof. Peter Duesberg:
Stellt die Existenz von HIV nicht in Frage, hält HIV aber für ein (weiteres) harmloses sog. Retrovirus.

Prof. Eleni Eleopulos-PapadopulosII. "Perth Group" um Prof. Eleni Papadopulos-Eleopulos:
tellt die Existenz von HIV in Frage - einfach weil spezifische Nachweise immer noch nicht vorliegen.
Dr. Stefan LankaIII. Dr. Stefan Lanka:
Stellt die Existenz von HIV und sämtlicher anderer Retroviren in Frage.




I. Duesbergs harmloser "passenger Virus"

[Folgender Abschnitt wurde am 01.11.00 neu gefaßt (korrigiert)!]
Für Duesberg ist HIV ein ganz normaler Retrovirus ("normal" sind Retroviren aber wahrscheinlich nur für Retrovirologen). Laut Duesberg gibt es keine gefährlichen Retroviren und HIV bildet da keine Ausnahme. HIV kann übertragen werden, zwar weniger aufgrund etwaiger Infektiosität, sondern perinatal (bei der Geburt) oder durch Bluttransfusionen. AIDS hingegen kann überhaupt nicht übertragen werden! Der Virus spielt die Rolle eines passiven Begleiters. Aber Vorsicht: Nicht jedes Testergebnis, bei dem (angeblich) Antikörper gegen HIV "nachgewiesen" werden (pos. HIV-Test) beweist die tatsächliche Anwesenheit von HIV. Die HIV-Testverfahren sind auch nach Duesberg allesamt unzuverlässig (insbesondere in Afrika). Desweiteren weist Duesberg darauf hin, daß HIV paradoxerweise gerade in AIDS-Patienten noch weniger aktiv sei als in gesunden "HIV-Positiven".


II.Die Argumente der Perth Group:

Die Kritik von Papadopulos, Turner etc ist wesentlich fundamentaler als Duesbergs Ansatz. Kompromißlos und schockierend ihre 10 Hauptargumente:
[Über Duesberg hinausgehende Punkte in Fettschrift]

1. Es ist nicht gelungen, die Existenz eines bestimmten, exogen erworbenen Retrovirus (HIV) zu beweisen.

2. Es ist nicht gelungen, die HIV-Antikörper-Tests als Beweis für eine HIV-Infektion zu verifizieren.

3. Es ist nicht gelungen zu beweisen, daß HIV Immunschwäche (Zerstörung der T4 Lymphozyten) oder AIDS verursacht.

4. Es ist nicht möglich, daß sich Hämophile (Bluter) durch Faktor VIII- Transfusionen mit HIV anstecken.

5. Es ist nicht gelungen zu zu beweisen, daß das HIV Genom (RNA oder DNA) einem bestimmten, exogen erworbenen, infektiösen retroviralen Partikel entstammt.

6. Es ist nicht gelungen zu beweisen, daß HIV/AIDS infektiös ist, sei es durch Blut, Blutprodukte oder Geschlechtsverkehr.

7. Es ist nicht gelungen zu beweisen, daß das, was in Afrika oder Thailand AIDS genannt wird, von HIV verursacht oder sexuell übertragen wird.

8. AIDS und all die Phänomene, die auf HIV zurückgeführt werden, werden hervorgerufen durch Veränderungen im zellulären Redox, die wiederum durch den oxidativen Charakter von Substanzen and Einwirkungen verursacht werden, welche sowohl allen AIDS-Risikogruppen gemein sind, als auch den Zellen, die zur "Kultivierung" und "Isolation" von HIV verwendet werden.

9. AIDS wird sich nicht über die ursprünglichen Risikogruppen hinaus ausbreiten, und das Vermeiden von Oxidantien und/oder der Gebrauch von Anti-Oxidantien werden das Befinden von AIDS-Patienten verbessern.

10. Pharmakalogische Daten belegen, daß AZT nicht in der Lage ist, HIV zu vernichten, und daß AZT toxisch auf alle Zellen wirkt und möglicherweise AIDS verursacht.


III. Lankas Angriff auf die Retrovirologie

Laut Lanka liegt eine Wurzel des Glaubens an den AIDS-Virus knapp 30 Jahre zurück. Bis dahin herrschte das Dogma, daß der Fluß der genetischen Information "gerichtet" sei, d.h. die Erbsubstanz (DNS) wird in Botensubstanz (RNA) umgeschrieben, wohingegen der umgekehrte Vorgang nicht denkbar sei. Dann, im Jahr 1970, wurde die Aktivität eines Enzyms in Extrakten aus bestimmten Zellkulturen nachgewiesen, welches in der Lage war, ein RNS-Molekül wieder in ein DNS-Molekül zurück zu verwandeln.

Als Folge dieser revolutionären Entdeckung wurde angenommen, daß das neue Enzym ein Anzeichen für Virus-Aktivität darstelle. Dies hing mit den Versuchen zusammen, Viren als Ursache von Krebs zu etablieren, ein Versuch, der übrigens auch heute noch immer wieder als "modern" und "fortschrittlich" aufgewärmt wird. Lanka dazu:
        "Neu im Gedankengebäude der Krebs-Viren war, daß nun das genetische Material, wenn es in Form von RNS vorliegt, durch dieses Enzym in DNS zurück verwandelt werden könnte, und dies einen Mechanismus darstellt, mit dem das das genetische Material dieser Viren sich irgendwo und beliebig in die Chromosomen der Zellen einschleusen könnte. Diese ´neuen´ Viren wurden Retroviren genannt."

Wann ist man in der Virologie überhaupt berechtigt, von einem "neuen Virus" zu sprechen? Lanka führt aus:
        "Die Isolation und Aufreinigung von existierenden Viren ist eine Standard-Methode, da Viren einer Art - im Gegensatz zu Zellen und Zellbestandteilen - immer einheitlich groß sind, die gleiche Form besitzen und stabiler als zelluläre Bestandteile sind, was ermöglicht, sie zu isolieren und in reiner Form darzustellen. Im Kontrollexperiment, das gewährleistet, daß keine Bestandteile der Zelle isoliert werden, wird unter exakt den gleichen Bedingungen versucht, Viren aus nicht-infizierten Organismen zu isolieren. In diesem Kontrollexperiment darf dann auch nichts isoliert werden. Um ein neues Virus mit Sicherheit zu identifizieren, wäre der erste und einfachste Schritt, isolierte Viruspartikel mit einem Eletronenmikroskop zu fotografieren. Diese müssen dann so aussehen wie die Partikel, die man in den Zellen, Körperflüssigkeiten oder Zellkulturen beobachtete, um sie so von anderen zellulären Partikeln zu unterscheiden, die wie Viren aussehen, aber keine sind. Die Eiweiße des Virus müssen dann voneinander getrennt und fotografiert werden. Dies erzeugt ein Muster, das charakteristisch für jede Virusart ist. Ein ähnliches Trenn- und Identifikationsverfahren muß auch mit der DNS oder RNS des Virus durchgeführt werden. Erst wenn die Eiweiße und die genetische Substanz, die das Virus ausmachen sauber identifiziert wurden, ist man berechtigt, von einem neuen Virus zu sprechen.
Diese Beweise sind im Fall von HIV bis heute nicht erbracht worden!"
(Auszüge aus "HIV - Realität oder Artefakt?", 1995)


Diskussionen zwischen den genannten AIDS-Kritikern:
Das AIDS-kritische Magazin "Continuum" hatte einen Preis für die Isolation von HIV ausgesetzt. Duesberg reklamierte ihn sogleich für sich, wogegen Lanka und Papadopulos Einspruch erhoben. Die Diskussionen finden Sie hier.

Michael Nitsche war mit dem Ergebnis dieses Schlagabtausches keineswegs zufrieden, und forderte von Duesberg eine Antwort auf die noch offenen Fragen ein. Diesen Briefwechsel (bzw. email-Austausch) finden Sie hier.

Im April 1999 trifft Nitsche Prof. Duesberg in einem Cafe in Berlin. Duesberg stellt klar, daß er den letzten Brief Nitsches nicht mehr beantworten wird, weil er "keine Zeit" habe. Hier geht es direkt zu Michael Nitsches Schilderung dieses Treffens.

Im Mai 2000 versucht Nitsche, auch dem südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki die Bedeutung der Existenzfrage nahezubringen.

Siehe auch zur gesamten Problematik:
Das unsichtbare Virus - wo bleibt das Foto?


Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die meisten AIDS-Kritiker nicht mehr an die Existenz des Virus glauben. Unterstützung haben die Perth Group und Stefan Lanka auch von Prof. de Harven sowie in letzter Zeit von Prof. Dr. Heinz Ludwig Sänger bekommen. Über ein Statement von Prof. Sänger gibt es folgende Zeugenaussage (im Rahmen einer Anzeigenaktion):
[Entnommen: http://www.prz.tu-berlin.de/~myny/aids/mum-anzeigenaktion/bilder/03_Anzeige_Wolfgang_Zimmer_3von3.gif"]

Prof. Dr. Sänger hat mittlerweile zu einigen geplanten Artikeln in einer Berliner Tageszeitung zwei Beiträge geliefert. Diese AIDS-kritischen Artikel wurden letztlich doch nicht veröffentlicht, aber man findet sie hier. Und hier geht´s zu den beiden Faxbriefen von Prof. Sänger an die Autoren Hein und Leitner. Da diese Faxe handschriftlich verfaßt und nicht allzu bequem lesbar sind, nachfolgend der Text!

Fax 1 von Prof. Dr. Heinz Ludwig Sänger:

Meine eigene wissenschaftliche Arbeit in den vergangenen vierzig Jahren befaßte sich im wesentlichen zunächst mit der biologisch-funktionellen und dann später mit der molekular-biologisch-biochemischen Charakterisierung von Pflanzenviren und Viroiden [Hervorhebungen von Prof. Sänger]. Letztere sind übrigens die kleinsten bisher bekannt gewordenen vermehrungsfähigen Krankheitserreger, die als hüllproteinfreie kleine RNA-Moleküle vorliegen und dementsprechend sehr instabil sind. Außerdem ist ihre Konzentration im Pflanzengewebe so gering, daß ihre Isolation und Reindarstellung jahrelange intensive Arbeit erforderte. Jedenfalls gelang es mir, trotz all dieser Probleme, die Viroid-RNA von den zellulären RNA-Molekülen abzutrennen und sie in Mikrogramm-Mengen und in hochreiner Form zu isolieren. Damit war die Voraussetzung dafür geschaffen, daß diese "nackten Mini-Viren" elektronenmikroskopisch, physikochemisch und biochemisch in Zusammenarbeit mit einer Reihe von versierten Fachkollegen in allen Einzelheiten charakterisiert werden konnten (*). Dabei war einer der Höhepunkte die Aufklärung ihrer Nukleotid-Sequenzen im Jahr 1978, was dazu führte, daß die Existenz solcher subviraler Krankheitserreger endlich akzeptiert werden konnte. Heute sind rund 25 verschiedene Viroid-"Arten" bekannt.

Diese eigene Erfahrung befähigt mich, mir ein Urteil über die Reindarstellung und Charakterisierung von Viren und Nukleinsäuren zu bilden, auch wenn diese aus tierischen, menschlichen oder mikrobiellen Zellen stammen. Bis etwa 1997 hat mich das HIV-Aids-Problem nur am Rande interessiert, und ich habe die entsprechenden Publikationen zur "Isolierung" des HIV ohne eingehende Prüfung ihrer Stichhaltigkeit als selbstverständlich korrekt akzeptiert. Als ich dann die Diskussionen über die in Wirklichkeit offensichtlich fehlende Reindarstellung des HIV kennenlernte, war ich so verblüfft, daß ich mich entschloß, nun endlich einmal selbst alle diese Arbeiten kritisch unter die Lupe zu nehmen. Ich hielt es geradezu für undenkbar, daß man von einem Virus redete, das man im Gegensatz zu den vielversprechenden Titeln in den entsprechenden Publikationen nicht nach den Kriterien der klassischen Virologie gereinigt und in hochreiner Forum im Reagenzglas verfügbar hatte. Erst unter diesen Voraussetzungen kann man das virale Genom und die spezifischen viralen Proteinkomponenten charakterisieren und vor allem auch biochemisch detailliert aufklären, d.h. vor allem sequenzieren. Erst dann hat man einen Standard in der Hand, auf den man sich verlassen kann. (**). Das ist übrigens mit dem sog. "Goldstandard" gemeint, der immer wieder in den Diskussionsbeiträgen der HIV-Kritiker (den "Non-Existentialists") auftaucht.

Das Ergebnis meiner Literaturstudien: Das HIV wurde bisher nie nach den Kriterien der klassischen Virologie isoliert, gereinigt und charakterisiert. Es erhebt sich hierbei die Frage, wie es möglich ist, daß alle diese Arbeiten zur angeblichen HIV-Isolation und Charakterisierung veröffentlicht werden konnten, obwohl sie nicht halten, was die Titel versprechen. Mir scheint hierbei das Zusammenwirken mehrerer Komponenten eine Rolle zu spielen: stark ausgesprägtes Wunschdenken, Zwang zur schnellen Publikation auch unvollständiger Ergebnisse, stillschweigendes Akzeptieren auch zweifelhafter Daten vor allem wenn sie aus etablierten und einflußreichen Laboratorien kommen, die Akzeptanz der Zuverlässigkeit indirekter Methoden, solange es sich um modernste Labortechniken handelt, und schließlich oberflächliches Lesen und Bewerten der Publikationen nach dem Motto: Es wird schon stimmen, wenn es aus der Gruppe X kommt und zuletzt halt die Geringschätzung der klassischen und sehr arbeitsaufwendigen und zeitaufwendigen Methoden, die als altmodisch und unzeitgemäß bewertet werden. Natürlich werden alle diese Gründe im Einzelfall energisch abgestritten, aber ihre latente Wirkung ist unbestreitbar und die Beweise sind offensichtlich. Sollte sich die HIV-AIDS-Hypothese als tatsächlich falsch erweisen, so wird das zwar den medizinisch-pharmazeutischen Komplex vorübergehend kräftig erschüttern, aber das allgemeine Bewußtsein in der Bevölkerung wird davon nur geringfügig beeinflußt werden. Der Leidensdruck und die Todesangst der Betroffenen machen blind für die Wirklichkeit. Beide nähren auch weiterhin große Hoffnungen und Erwartungen auf Hilfe von außen, die sich naturgemäß nicht erfüllen werden.

(*) Viroide sind somit hüllproteinfreie einzelsträngige zirkuläre RNA-Moleküle mit einer Kettenlänge (je nach Viroid-"Art") von etwa 240 - 380 Nukleotiden, die als weitgehend doppelsträngige stäbchenförmige Strukturen vorliegen
(**) (Alle diese Argumente treffen auch für das angebliche Hepatitis Virus C und die postulierten Hepatitis Viren D, E, F, G...zu, die z. Zt. immer mehr in den Vordergrund gerückt werden.)


Fax 2 von Prof. Dr. Heinz Ludwig Sänger:

Zu meinen Ausführungen habe ich noch etwas hinzuzufügen, was mir wichtig erscheint, nämlich die Konsequenzen, die sich aus dem Ergebnis meiner Literatur-Studien ergeben:
Da das HIV bisher nicht in reiner Form isoliert wurde, konnten weder seine Nukleinsäure noch seine Proteine isoliert und charakterisiert und als Standards zum Nachweis verwendet werden. Daher sind die gegenwärtig angewendeten Testverfahren nicht HIV-spezifisch, sondern sie weisen zelluläre Bestandteile nach, denn sie wurden aus Zellen isoliert. Das gilt sowohl für die Nukleinsäure-Nachweisverfahren (PCR) als auch für die Protein-Testverfahren. Die damit erzielten Ergebnisse sind daher naturgemäßt nicht HIV-spezifisch und somit unzuverlässig und nur von sehr begrenzter Aussagekraft. So ist es auch nicht verwunderlich, daß sie auf mehr als 50 unterschiedliche Erkrankungen ansprechen, bei denen auffällige Änderungen zellulärer Komponenten auftreten, die mit den angeblichen HIV-Tests erfaßt werden.

AIDS kann man als eine "Summations-Erkrankung" ansehen, wobei neben den ererbten Prädispositionen und den im Leben durchgemachten Einzelerkrankungen (z.B. Tuberkulose, Hepatitis, Syphilis, Herpes-Infektionen, Mononucleose etc.) vor allem auch die zum Teil sehr massiven ärztlichen Therapien mit Antibiotika, Corticoiden, Sulfonamiden usw. eine Rolle spielen. Hinzu kommen dann noch die diversen Impfungen. All dies führt zu Störungen der Selbstheilungskräfte des Organismus, indem vorwiegend das Immunsystem nachteilig beeinflußt wird. Die HIV-orientierte Therapie mit AZT und den Protease-Hemmern verstärkt diese ärztlicherseits verursachten (iatrogenen) Schädigungen um ein Vielfaches. Infolge der Individualität der Reaktionsweise der einzelnen Betroffenen zeigen sie naturgemäß sehr unterschiedliche Symptombilder. Man kann also AIDS nicht mit der heute üblichen monokausalen Sichtweise gerecht werden. Die Lösung des AIDS-Problems wird nur mit einer ganzheitlich orientierten Therapie möglich.
H. L. Sänger



Zu einem unveröffentlichten Leserbrief von Prof. Sänger!


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