[Nachtrag 09.08.01: Links korrigiert]
Vorbemerkung:
Der folgende Text schlägt eine Brücke zwischen den Vorgängen in Südafrika (siehe z.B. Zum Zwischenbericht der südafr. AIDS-Kommission), der Person Anthony Brinks (siehe dazu auch "Wie können ALLE irren" mit weiteren Anmerkungen), der laufenden AZT-Klage Brinks (siehe sogleich) und schließlich dem irischen Lindsay-Tribunal (siehe Beitrag der "AIDS-Dissidenten" sowie zweiter Teil dieser Seite).

Original auf AidsMyth

Pharma-Riese Glaxo bittet um mehr Zeit

Anwalt [Anthony Brink] aus Südafrika war in Irland,
denn Lindsay Tribunal erörtert
die Rolle von AZT in Hämophilie-Toten

Das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline hat eine Fristverlängerung bis zum 31. Juli 2001 beantragt, um die Klage auf Schadenersatz von 1,4 Millionen Rand zugunsten der Witwe des verstorbenen James Hayman, eines südafrikanischen Juristen, zu erwidern. Die Klage vom 4. Juni 2001, die von einer Gruppe von Anwälten, unter ihnen Anthony Brink, geführt wird, schreibt Hayman´s Tod seiner Behandlung mit Glaxos AIDS-Medikament AZT zu.

Brinks Buch Debating AZT machte Präsident Mbeki 1999 auf die gefährliche Toxizität von AZT aufmerksam. Im Oktober 1999 klagte Mbeki die Toxizität des Medikaments in einer Stellungnahme vor dem Parlament an und veranlaßte eine Untersuchung der Sicherheit von AZT.

Die demnächst verhandelte Klage vor dem südafrikanischen High Court behauptet zum ersten Mal, daß AZT medizinisch unwirksam und toxisch genug sei, um selbst den Tod zu verursachen. Hayman war ohne Symptome, als er nach einem HIV-positiven Test im Juli 1997 mit AZT behandelt wurde. Er starb im Juni 1998 - nachdem sein Gewicht von 68 auf 42 kg gefallen war - ohne dabei eine AIDS-definierende Krankheit bekommen zu haben.

Sollte die Hayman-Klage Erfolg haben, wäre damit offiziel festgestellt, daß dieser Wirkstoff keinen kompensatorischen Nutzen für seine eventuell tödliche Toxizität hat. Da die meisten AIDS-Patienten mit AZT behandelt worden sind, könnte dies der Auslöser für eine Flut von vernichtenden weiteren Klagen sein. Glaxo erzielte allein letztes Jahr einen Umsatz von fast 1 Milliarde Dollar mit dem Verkauf von AZT.

Die Klagebegründung verweist u.a. auf folgende Punkte:

"In Ladysmith, KwaZulu-Natal, gegen Ende Juli 1997, begann das Opfer mit der einmonatigen Einnahme von AZT, zusammen mit dem verwandten Medikament 3CT, in der Dosis von täglich 600 mg bzw. 300 mg."

"Die AZT-Behandlung machte ihn sofort sehr krank, verursachte hartnäckige Diarrhöe , Erbrechen, intensiven Kopfschmerz, schwere Müdigkeit, Anämie, Muskelschwäche mit Krämpfen und Schmerzen, sowie fortschreitenden Gewichtsverlust."

"Das Opfer wurde in der Folge drei Mal im Krankenhaus behandelt, wegen unkontrollierbarer Diarrhöe und Erbrechen, ohne daß spezifische aetiologische Agenten (Erreger) bei einer pathologischen Untersuchung gefunden werden konnten, litt weiterhin unter extremer Müdigkeit, Muskelschwäche und zunehmender Schwäche, verlor weiter an Muskelmasse und Körpergewicht, und starb schließlich am 8. Juni 1998 mit einem Gewicht von 42 kg."

"Der Tod des Opfers war eine direkte Folge der Zelltoxizität von AZT."

In einem Offenen Brief vom März 2001 an John Kearney, Vorstandschef von GlaxoSmithKline, Südafrika, führte Brink aus, daß viele klinische Studien über die Wirksamkeit des Medikaments die Behauptung des Konzerns klar widerlegten, wonach AZT die HIV-Vermehrung (Replikation) verhindere. Er wies auch darauf hin, daß 13 Studien gezeigt hätten, daß menschliche Zellen den Wirkstoff nicht zu einem Level verarbeiten könne, der für eine pharmakologische Wirksamkeit notwendig wäre.

In einer Antwort von Glaxo´s Direktor für medizinische und Firmenangelegenheiten, Dr. Peter J. Moore, behauptete das Unternehmen, daß AZT nach entsprechenden Überprüfungen als effiziente Komponente der Tripel-(Kombinations)therapie angesehen werden müsse.

Aber in seiner Entgegnung faßte Brink die Punkte seiner bevorstehenden Klage zusammen: "obwohl Sie wußten, daß AZT 1961 als Zellgift hergestellt wurde, begannen Sie im Jahr 1987, es als ´antivirales Medikament´zu vermarkten, ohne zu beweisen, daß es diese Eigenschaft in vivo hat. Warum? Und warum haben Sie alle Studien mißachtet, die seitdem veröffentlicht wurden, die zeigen, daß AZT diese (antiretrovirale) Eigenschaft gerade nicht hat? Insbesondere nachdem Sie wissen, wieviel Schaden durch AZT angerichtet werden kann."

Irische Hämophile und AZT

Brink besucht augenblicklich Irland, um eine Gruppe von Wissenschaftlern zu beraten, die beim
Lindsay Tribunal einen Beitrag eingereicht haben. Dieses Tribunal untersucht den Tod von irischen Hämophilen (siehe Link). Die Bedeutung der Hayman-Klage besteht darin, daß "HIV-positive" irische Hämophile, die gestorben sind, mit Medikamentencocktails behandelt worden sind, die auf AZT basieren (bzw. AZT beinhalten).

Die Gruppe, die hinter dem letzten Beitrag zum Lindsay-Tribunal steht, schließt fünf eminente Wissenschaftler ein, die auch in (Südafrikas) Präsident Mbeki´s AIDS Advisory Panel berufen wurden, sowie die Webmaster von AidsMyth.com, Fintan Dunne und Kathy McMahon. Am 21. Juni reichte die Gruppe beim Tribunal einen Beitrag ein, der die Behauptung aufstellte, daß "HIV-positive" irische Hämophile an den Nebenwirkungen ihrer medikamentösen Behandlung gestorben waren.

Ihr Tribunal-Beitrag legt dar, daß der Gerinnungsfaktor selbst Immunsuppression verursacht [siehe dazu instruktiv bei AIDS-Info.net]. Sie beharren weiterhin darauf, daß die Nebenwirkungen des fortgesetzten Gebrauchs von corticosteroiden Medikamenten für Hämophile vom medizinischen Zustand, der als Folge einer HIV-Infektion gilt, nicht zu unterscheiden ist. Gleichermaßen behaupten sie, daß die Nebenwirkungen von Anti-HIV-Medikamenten die Hämophilen verabreicht werden, AIDS-definierende Krankheiten verursachen können.

Gemäß einigen Wissenschaftlern aus dieser Gruppe sind Hämophile besonders anfällig für falsch-positive Resultate aus HIV-Antikörpertests, und darüber hinaus können sie nicht von getrocknetem Gerinnungsfaktor HIV-infiziert worden sein - eine Sicht, die von Stellungnahmen der US Centres of Disease Control (CDC) unterstützt wird.



Mehr zum Fall Hayman (Sunday Times)
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