Englisches Original: How Could They All Be Wrong?

Wie können ALLE irren?
von Anthony Brink, Jurist aus Südafrika  

Wenn man Zweifel an der Richtigkeit des HIV-AIDS Paradigmas äußert, ruft man leicht folgende Erwiderung hervor: "Wie kann es sein, daß alle Mediziner dieser Welt irren?" Es gibt viele mögliche Antworten darauf. Eine davon wäre, daß in der Geschichte der Wissenschaft Einstimmigkeit niemals eine Gewähr für die Zuverlässigkeit des medizinischen Konstrukts war, und es Beispiele dafür im Überfluß gibt. Allein in diesem Jahrhundert sind zahllose medizinische Hypothesen zusammengebrochen, die von fast allen Medizinern unterstützt worden waren, wie zum Beispiel die bakterielle Verursachung von Skorbut, Beriberi und Pellagra, sowie in jüngster Zeit die Immunüberwachung und die retroviralen Theorien zur Krebsentstehung - für welche Milliarden von Dollar zur Finanzierung von vielversprechenden Forschungspapieren während des 1971 von Nixon erklärten "war on cancer" (Krieg dem Krebs) ausgegeben worden waren.

Dann kam die Schweinepest: 1976 hatte Präsident Gerald Ford einen großen Auftritt im Fernsehen. Er bedrängte auf Geheiß des medizinischen Establishments alle Amerikaner, sich gegen eine bevorstehende tödliche Influenza Epidemie impfen zu lassen. Rund 50 Millionen Amerikaner ließen sich in Panik versetzen und mit einem unnützen oder schädlichen Stoff impfen, der eiligst auf den Markt geworfen worden war. Abwehrreaktionen mündeten in Schadensersatzforderungen von 2,7 Milliarden Dollar. Nicht ein einziger Fall von Schweinepest ereignete sich jedoch nach dem Tod eines kranken Rekruten, der die ganze Hysterie ausgelöst hatte (er befand sich in der Grundausbildung in einem Lager in New Jersey, kaum eine ungewöhnliche Situation).
Vor der HIV-AIDS Ära war dieses große Schweinepest-Fiasko, gefolgt vom BSE-Theater in Großbritannien und der Vogelgrippe in Hong Kong, vielleicht das aufschlußreichste Beispiel der jüngeren Geschichte, wie die Medizin die Orientierung verlieren kann.

Eine andere Antwort auf die oben gestellte Frage bezieht sich auf die Tatsache, daß die meisten Ärzte kaum mehr als ein Laienverständnis für die Konzepte haben, die sich am molekularen Horizont der Biologie abzeichnen. Beispielsweise würden die meisten mit offenem Mund dastehen, würde man sie bitten, die unverwechselbaren Charakteristika von Retroviren (ein solches soll HIV ja sein) zu definieren, in Abgrenzung zu anderen Viren, oder wenn sie endogene und exogene Retroviren unterscheiden sollen, oder wenn sie den Streit von Molekularbiologen darüber erläutern sollen, ob das gesamte Konzept der Retroviren ein Fehler sein könnte: Ein Schritt in die falsche Richtung an einer wissenschaftlichen Straßengabelung, eine falsche Schlußfolgerung die aus bestimmten metabolischen biochemischen Phänomenen gezogen wurde, welche seltsam aussehen, wenn man sie mit den althergebrachten Regeln der Molekulargenetik vergleicht, und die Möglichkeit, daß Retroviren als infektiöse Partikel vielleicht überhaupt nicht existieren - daß es eher das klassische Dogma ist, das einer Korrektur bedarf. Hakt man wegen der HIV-Theorie zu AIDS bei Ärzten nach, haben die meisten kaum mehr zu bieten als das Zitieren der Behauptungen der Kapazitäten, wie Priester, die die päpstliche Bulle und die Enzyklika zitieren.

Eine dritte Antwort würde in der unverschämten Feststellung bestehen, daß es fehlerhaft wäre zu glauben, daß Ärzte allgemein über größere Fähigkeiten im logischen Denken verfügen als ihre Patienten. Die (schriftlichen) Anmerkungen gegenüber Medizinstudenten, sagen alles über die dürftige Ausbildung, die Ärzte in dieser Kunst erhalten. Liest man sie, erkennt man wie dünne medizinische und biologische Theorien als Fakten für´s Auswendiglernen aufgetischt werden. Ja, im Vergleich dazu wirkt sogar der typische Frage-und-Antwort-Unterricht in den Farmschulen dieses Landes [Südafrika] wie ein kühnes Querdenkertraining-Experiment.

Ärzte legen auch nicht unbedingt eine rationalere Geisteshaltung an den Tag als Otto Normalverbraucher. Tatsächlich mag das Gegenteil der Fall sein. Daß HIV-AIDS als ein medizinisches Konstrukt so tiefe Wurzeln unter Ärzten schlagen konnte, trotz seiner absurden fundamentalen Grundlagen (die allen virologischen Erfahrungen ins Gesicht springen), illustriert meinen Punkt. Oder wie Harvey Bialy, Research Editor des angesehenen Wissenschaftsmagazins "Nature Biotechnology", es ausdrückt: Die HIV-Theorie für AIDS stellt alle Regeln der Immunologie auf den Kopf. Das beginnt damit, daß niemals zuvor die Anwesenheit von Antikörpern eine Prognose über eine zukünftige Krankheit erlaubt hat. Vielmehr galten sie als etwas Gutes, und wenn der Patient gesund blieb, als Beweis für eine erfolgreiche Immunreaktion gegen einen Erreger.

Der frühere Professor für Molekularbiologie an der John Hopkins Universität sowie der Harward Universität, Charles Thomas, prophezeit daß wenn der Ballon einmal geplatzt sein wird, Historiker das Versagen des gesunden Menschenverstandes 100 Jahre lang untersuchen werden....wie Amerika AIDS über die Welt brachte. Aber da HIV-AIDS als ein diagnostisches Konstrukt im Augenblick noch die Welt regiert, sollten wir die Art und Weise des Gruppendenkens von Ärzten mit einem anderen Beispiel illustrieren. Was würde sich dafür besser eignen als die Wendung, die die Medizin im Dritten Reich nahm. [Anmerkung des Übersetzers: Andere Nationen sind mit diesen Vergleichen nicht so zimperlich wie wir; wir sollen ja angeblich aus der Nazizeit lernen, anderseits ist es nicht politisch korrekt, irgend einen Mißstand mit "damals" zu vergleichen]

Die bei den Nazis verbreitete irrationale und barbarische Doktrin der Rassenhygiene fand großen Anklang bei den deutschen und österreichen Ärzten jener Zeit. Kein anderer Berufsstand war auf den Mitgliederlisten der NSDAP so stark repräsentiert wie dieser. Von diesem angeblich so nüchternen und rationalen Berufsstand einer Elitekaste in einer Kultur, die ihrerseits eine Frucht der Aufklärung zu sein schien, waren fast die Hälfte ausgewiesene Nazis. Natürlich waren nicht alle an der sadistischen Schlachterei von "Untermenschen" beteiligt, für welche der Nürnberger Prozeß gegen Ärzte geführt wurde, aber es wäre ein Fehler zu glauben, daß solche Kriminelle nur vereinzelte verirrte Quacksalber waren, vielmehr florierten sie wie Ungeziefer, genährt vom damals gültigen Dogma. Tatsächlich hatten viele der Ärzte und Wissenschaftler, die damals angeklagt waren oder als Zeuge aussagten, internationales Ansehen in ihrem beruflichen Wirkungsfeld erreicht; Dr. Edwin Katzenellenbogen zum Beispiel (der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde), hatte an der Fakultät der Harvard Medical School gelehrt.

Religionswissenschaftler wissen es schon lange: Je schrecklicher und abenteuerlicher die abergläubische Grundlage einer neuen Religion ist, desto größer ist ihre Fähigkeit, die Phantasie der Bevölkerung zu mobilisieren, und desto stärker ist ihr revolutionärer Antrieb. Auf die Medizin, die älteste Kusine der Religion, trifft manchmal dasselbe zu. Wie eine junge aufstrebende Religion mit imperialem Antlitz, ruft auch das HIV-AIDS-Paradigma zu einer kräftigen Rebellion gegen lang-etablierte Modelle des wissenschaftlichen Verständnisses auf. Wehe den konservativen Wissenschaftlern, die sich sträuben, zum neuen Glaubensbekenntnis zu konvertieren, und betonen, daß die neue Theorie unverkennbar absurd sei; sie wurden an den Rand gedrängt, wie die Juden die sich den Forderungen des mittelalterlichen Christentums widersetzten, zwar nicht gestreckt und verbrannt, aber verbannt - wissenschaftlich entkleidet, auf schwarze Listen gesetzt, lächerlich gemacht, übergangen bei der Zuteilung von Forschungsgeldern, ausgeschlossen von öffentlichen Vorträgen, isoliert von Studenten, denen sie womöglich ihre ketzerischen Zweifel einträufeln könnten, und zurückgewiesen von Journalen, die jetzt nichts mehr von ihnen veröffentlichen wollen, obwohl sie früher nach Beiträgen derselben Wissenschaftlern lechzten. Aber natürlich hat der radikale politische Dissident Noam Chomsky, Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology, betont daß wenn du der Macht dienst, die Macht dich mit Ansehen belohnt. Falls du aber daran arbeitest, die Macht zu untergraben...wirst du beschimpft, eingesperrt, ausgesperrt. Das AIDS-Phänomen ist an der Wurzel eine gewaltige Vereinigung von Interessen mit enormer politischer und wissenschaftlicher Macht, die sich gegenseitig stützen. Ärzte und Wissenschaftler fordern sie unter Gefahr für ihre Berufsausübung heraus.

Eine vierte Erklärung liegt in der Tatsache, daß Ärzte, bei all ihren sozialen Status und Prestige, in Wahrheit fast am Ende der Nahrungskette des medizinisch-industriellen Komplexes eingesetzt werden, und im wesentlichen als gedankenloses Auslieferungssystem für die Pharma-Unternehmen fungieren. Die dabei umgesetzten Waren machen die Pharmaindustrie zu einer der profitabelsten legalen Unternehmungen dieses Planeten. Wie wenig Raum Ärzten für unabhängige Beurteilungen, gegründet auf ihren eigenen Beobachtungen, zugestanden wird, sieht man an dem Umstand, daß ein Arzt, der es ablehnt, dem offiziellen Behandlungsrahmen zu folgen, z.B. Chemotherapie für Krebs, angesichts seines empirischen Wissens ihrer totalen Nutzungslosigkeit und tödlichen Giftigkeit, standesrechtliche Sanktionen befürchten muß. Man stelle sich den Ärger vor, den ein Arzt bekommen würde, der eisern seine Schlußfolgerung verkündet, daß nach seinen Untersuchungen die HIV-Testresultate praktisch bedeutungslos seien - gerade mal Anzeiger für erhöhte nicht-spezifische immunologische Aktivität. Oder wenn er sich weigern würde, eine positive oder negative Diagnose zu stellen, um damit ein Urteil über Leben oder Tod zu fällen, ähnlich einem Nazi-Arzt, der den Daumen hebt oder senkt.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß man nicht allzu tief graben muß, um Antworten auf die Frage zu bekommen: "Wie konnten alle Mediziner dieser Welt über AIDS irren?" Der Hang der medizinischen Wissenschaft, im großen Stil schiefzulaufen, ihre charakteristische intellektuelle Trägheit, und die Verlockung des "magischen Denkens" für ihre Praktiker, sind für jeden offensichtlich, der ein paar Seiten in ihrer Geschichte zurückblättert.


Anthony Brink hat schon im Herbst 1999 zu AZT Stellung genommen, und damit auch die Haltung des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki beeinflußt. Nach den Erfahrungen im Jahr 2000 mit Mbeki und der südafrikanischen AIDS-Kommission hat er nun ein Buch veröffentlicht, in dem er auch auf seine Kritiker eingeht. Es trägt den Titel: Debating AZT und hat glänzende Kritiken bekommen.
Kommentar von Prof. Peter Duesberg, seines Zeichens Virologe und Molekularbiologe: "I still can’t believe he wrote that. He’s really a molecular biologist pretending to be a lawyer.” ("Ich kann immer noch nicht glauben, daß er das geschrieben hat. Er ist in Wirklichkeit ein Molekularbiologe, der lediglich vorgibt, ein Jurist zu sein")


AIDS-Kritiker Jeffrey Evans betont einen weiteren Aspekt - die Spezialisierung der Forschung:
Another aspect of the medical model you might want to mention is the segregation by specialty. It isn't necessary that tens of thousands of medical practitioners be involved in some grand conspiracy, only that they have learned to accept previous research outside their own area of expertise. Only the two teams headed by Gallo and Montagnier needed to err as a result of the medical model you and Chomsky seem to agree upon, the rest has been virtually automatic.

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